Donnerstag, 7. Mai 2015

Offener Brief an Marion Hackl

Marion Hackl hat für die Brigitte Leser Stimmen einen Artikel mit dem herrlichen Titel "Mütter als Kolleginnen? Mehr Fluch als Segen!" verfasst, der für die meisten berufstätigen Mütter wohl ein Schlag ins Gesicht ist und mich derart schockiert hat, dass ich ihn nicht unkommentiert hinnehmen kann und will (ich verzichte an dieser Stelle auf eine Verlinkung zum besagten Artikel, da ich dessen Verbreitung ganz einfach nicht unterstützen will).
Um meinem Ärger Luft zu machen, wende ich mich hier mit einem offenen Brief an Frau Hackl:






Liebe Frau Hackl, 


berufstätige Mütter sind "der pure Horror", so formulieren Sie ganz charmant und ich muss schlucken.
Nicht aus Anteilnahme, weil Sie sich beruflich bereits mit Arschlöchern arrangieren mussten, sondern weil Sie mich angreifen, meine persönliche Leistung anmaßend und selbstgerecht kleinreden. Weil Sie sich herablassend darüber auslassen, dass ich mich um das Wohl meiner Familie schere, und das unverschämterweise nicht nur zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens ("Es gibt Jobs, die stets 100 Prozent fordern. Minimum. Eine berufstätige Mutter kann das allerdings in den wenigsten Fällen leisten. Sie ist, völlig nachvollziehbar, mit ihren Gedanken immer auch beim Nachwuchs."). Weil Sie dabei pauschalisieren, dramatisieren und kein Klischee oder Vorurteil auslassen ("Mütter arbeiten im Regelfall nicht so konzentriert und effizient, wie dies ihre kinderlosen Kollegen tun. In vielerlei Hinsicht beeinflussen sie die Produktivität sogar negativ.").
Dabei scheren Sie einfach eine gesamte Bevölkerungsgruppe über einen Kamm. Noch dazu nicht irgendeine, sondern ausgerechnet berufstätige Mütter. Frauen, die sich ohnehin schon ein Bein ausreißen, um allen Erwartungen gerecht zu werden und dabei von Selbstzweifeln zerfressen und von Wirtschaft und Politik zerfleischt werden. Gute Opfer sind sie, diese jammernden Wesen, denen man im Gegensatz zu Frauen im Allgemeinen, Ausländern oder Behinderten ganz unverfroren mit offener Feindseligkeit begegnen darf, ohne dabei politisch unkorrekt zu sein.



Ihre Vorwürfe untermauern Sie dabei mit persönlichen Erfahrungen. Sie beschuldigen arbeitende Mütter, grundsätzlich während der Arbeitszeit online für ihre Kleinen zu shoppen, Au-Pairs zu suchen, Termine zu vereinbaren, sich mit anderen Müttern zu verabreden, Gespräche mit Klassenlehrern zu führen und dergleichen. Außerdem stünden Sie während der Arbeitszeit mit ihren Kindern in Kontakt, um diese zu kontrollieren. Pünktlich verließen sie das Büro (wenn sie denn überhaupt mal erschienen), Abgabetermine interessierten sie nicht.
Meine persönlichen Erfahrungen decken sich in keiner Weise mit den ihren.
Auch ich habe einige Jahre in einer Branche gearbeitet, die 100%igen Einsatz forderte. Familienfreundlich gab sich das Unternehmen nach außen. Gleitzeit, Homeoffice, Teilzeitstellen. Mit 2 freien Nachmittagen pro Woche brachte ich es in der Praxis immer noch auf mindestens 35 Arbeitsstunden. Meine Überstunden verfielen zum Ende jeden Monats,  ganz im Gegensatz zu denen der kinderlosen Kollegen wie ich per Zufall durch eine fehlgeleitete Mail mitbekam. Der Homeoffice-Zugang war ebenfalls den Männern und kinderlosen Kolleginnen vorbehalten, die Mütter der Abteilung wurden von Vorneherein unter Generalverdacht gestellt, diese „Freiheit“ auszunutzen, daher ließ man es auf einen Versuch gar nicht erst ankommen. Morgens war ich die erste im Büro. Und während kinderlose Kollegen problem- und formlos wegen Zahnarzt- oder Frisörterminen früher Schluss machten, musste ich schriftlich begründen, als ich zum Laternenbasteln im Kindergarten meine „Gleitzeit“ nutzen wollte (was, nebenbei bemerkt, nur ein einziges Mal innerhalb von 2 Jahren vorkam). Übrigens habe ich in all meinen Jahren als Angestellte nicht einmal während der Arbeitszeiten online geshoppt oder mit meinen Kindern telefoniert und kann mich auch nicht daran erinnern, dieses Phänomen bei Kolleginnen beobachtet zu haben. 

Genervt sind Sie von diesen Müttern. Ja, sogar Fotos ihrer Kinder mussten Sie sich bereits während der Arbeitszeit ansehen und sich Anekdoten aus ihrem Alltag anhören. Auch hier bin ich irritiert. Ich habe während meiner Arbeitszeiten bereits Dutzende Hunde-, Urlaubs- und Autofotos kinderloser Kollegen bewundert und kann mich nicht erinnern, dass je Fotos von Kindern (Mitteilungen über Geburten ausgenommen) darunter gewesen wären. Auch Mütter, die kinderlose Kollegen mit Brechdurchfall-Geschichten ihrer Sprösslinge behelligen, sind mir gänzlich fremd. Stattdessen wurde ich regelmäßig über ausschweifende, nächtliche Eskapaden meiner Kollegen informiert.
Und wissen Sie was? Ich habe mich nie daran gestört. Umso grotesker scheint mir die Tatsache, dass sie sich derart belästigt fühlten durch Mütter, die sich in ihrer Gegenwart über ihre Kinder austauschten. Mich würde brennend interessieren, ob Sie auf Fußball-Diskussionen unter männlichen Kollegen genauso empfindlich reagieren. 


Mütter haben ein Leben vor und nach ihren Arbeitszeiten, das stört Sie gewaltig. Kinderlose müssten diese Tatsache auf ihren Rücken austragen, unter der Selbstsucht der arbeitenden Mütter leiden. Ausgrenzen wollen Sie Mütter aus der Berufswelt. Sie schlagen vor, neue Arbeitsplätze, gesondert für Mütter, zu schaffen:


Es gibt Schonarbeitsplätze, Wiedereingliederung und dergleichen. Warum gibt es eigentlich keine Mütterarbeitsplätze? Damit wäre sowohl den Müttern, als auch den Kollegen, die immerzu kompensieren müssen, sowie den Arbeitgebern mehr geholfen, als mit der Vortäuschung falscher Tatsachen. Denn nur die wenigsten berufstätigen Mütter können einen Job so ausüben, wie kinderlose Kollegen dies tun.“


Und genau hier liegt ihr Denkfehler, liebe Frau Hackl! Mütter haben keine Behinderung, keine Einschränkung, kein Handicap. Sie haben einfach nur einen anderen Lebensentwurf. Kinder sind keine unliebsamen Gegenstände, Mütter kein Teil der Gesellschaft, den man wie Aussätzige behandeln muss. Ich soll für Deutschlands Zukunft sorgen, dabei aber meine Identität als Mutter verleugnen? Immer erreichbar sein, mich ausschließlich mit meinem Beitrag zum Bruttosozialprodukt befassen? Mich nur heimlich um meine Kinder kümmern, wenn keiner hinschaut und meine Arbeitskraft mal ein paar Minuten nicht gebraucht wird? Das ist schlichtweg das Unverschämteste, das ich je gelesen habe. Es nervt Sie, dass berufstätige Mütter Anerkennung einfordern? Mich nervt die Überheblichkeit, mit der Sie Müttern jegliches Recht auf Respekt absprechen wollen. 


Und da Sie sich daran stören, dass Mütter ihre Arbeitszeiten nach Kita-Öffnungszeiten richten (müssen), hätte ich noch einen effektiven Lösungsvorschlag, der eine Win-Win-Situation für beide Parteien schaffen würde. Für uns, die Fraktion der berufstätigen, unflexiblen Mütter und für Sie und andere berufstätige Kinderlose, denen unser Vereinbarkeitsspagat ein Dorn im Auge ist: Spenden Sie doch großzügig einen Teil ihres Vollzeit-Gehaltes mit Steuerklasse 1 oder 3 (nicht 5) an Betreuungseinrichtungen für Kinder, so dass diese ihr Angebot ausbauen und Eltern flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen können. Damit sorgen Sie dafür, dass die gestresste Kollegin neben Ihnen in aller Ruhe ihr Projekt beenden kann ohne telefonischen „Zwischenfall“ um die Fremdbetreuung zu organisieren. Übrigens bevor sie nach Hause geht und sich bis zum nächsten Morgen kostenlos der "Aufzuchtsarbeit" widmet, die Ihrer Meinung nach keine Anerkennung verdient.
Eine Arbeit, mit der die berufstätige Mutter IHRE spätere Rente statt ihrer eigenen sichert, sehr verehrte Frau Hackl!  

Kommentare:

  1. Ja, du hast recht. Der Artikel ist unglaublich. Aber ich bin hauptsächlich sauer auf die Brigitte: http://alleinerziehend-erfolgreich.de/muetter-als-kolleginnen/
    Liebe Grüße von Mama zu Mama

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    1. Toller Artikel! Von dieser Seite habe ich es noch gar nicht so richtig betrachtet. Grundsätzlich fand ich die Aktion der Brigitte "Stimmen" immer gut und die verschiedenen Sichtweisen interessant. Dass die Brigitte allerdings unter dem Deckmantel der Vielseitigkeit diskriminierende Hetze unterstützt, ist in der Tat ein starkes Stück!

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    2. Danke. Ich denke das war bei dem "Häkeldiplom"-Artikel, der die Handarbeiterinnen beleidigt hat, das gleiche Prinzip. Traurig.

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  2. Sehr schön geschrieben!! Mit deinen Worten sprichst du sicherlich vielen Müttern aus der Seele ... Ich danke dir dafür, dass du diesen Brief geschrieben und öffentlich gemacht hast :-)
    Ganz liebe Grüße
    Trinchen

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    1. Vielen Dank für dein bestärkendes Feedback <3!

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  3. Vielen Dank!
    Ich denke damit hast du vielen Müttern aus der Seele gesprochen :).
    Der besagte Artikel ist eine Frechheit, spiegelt aber perfekt unsere Gesellschaft wieder. Und leider sind Frauen weit intoleranter berufstätigen Müttern gegenüber, als Männer.
    Liebe Grüße

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    1. Danke für deine Lieben Worte <3!
      Das Phänomen der Stutenbissigkeit ist mir sowieso ein Rätsel, irgendwie scheint es Frauen grundsätzlich stärker als Männer zu wurmen, wann immer Menschen andere Lebensmodelle und -entwürfe praktizieren als sie selbst.

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  4. Ich schließe mich an. Und das Schlimme ist, solche Denkweisen sind nicht nur in den "verdächtigen" Branchen anzutreffen sondern auch - oder erst recht? - im sogenannten "sozialen Bereich". Dass ich vorher jahrelang vollzeit alles gegeben habe und dies auch im Rahmen meiner TZ-Tätigkeit getan habe, wird da gern übersehen. Ich erwarte mein 2. Kind und bin jetzt schon gespannt auf meinen Wiedereinstieg nach einem Jahr Elternzeit. Ehrlich? Ich habe studiert, liebe meinen Job an sich, aber wenns finanziell ginge würd ich ganz zu Hause bleiben. Wegen genau solcher Menschen wie Frau Hackl. Ich hoffe, sie überlässt die Aufzuchtarbeit weiter anderen.
    Liebe Grüße
    Maja

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    1. Liebe Maja,
      und genau das finde ich besonders tragisch: Dass Mütter, denen ihre Tätigkeit an sich Freude bereitet, lieber zu Hause bleiben wollen, weil sie Geringschätzung und das Gefühl erfahren, als Mitarbeiter weniger Wert zu sein. Das nimmt jede Motivation und drückt Mütter, die das eigentlich gar nicht wollen, hinter den Herd. Schade und unnötig!
      Ich wünsche dir einen reibungslosen Wiedereinstieg nach deiner Elternzeit und tolerantere Kollegen als Frau Hackl <3!

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  5. Ja, wütend bin ich auch über die Brigitte und wen sie alles für sich schreiben lässt. Aber was soll das mit der Behinderung und dem Handicap im vorletzten Absatz? Das grenzt doch gleich die nächste Gruppe wertvoller Mitarbeiter (wieder einmal) aus! Ich fürchte, hier war die Wut ein schlechter Berater/Schreiber und jetzt stehen dort Worte, die mich daran hindern, deinen Artikel zu teilen, leider.

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    1. Da hast du wohl etwas in den falschen Hals bekommen bzw habe ich nicht unmißverständlich genug formuliert. Ich meine damit NICHT, dass Menschen mit Behinderungen oder Handicap aus der Arbeitswelt ausgegrenzt werden sollen im Gegensatz zu Müttern.
      Frau Hackl möchte Schonarbeitsplätze (die für Kranke Mitarbeiter gedacht sind) oder Wiedereingliederungsmaßnahmen (soll arbeitsunfähige Arbeitnehmer nach längerer schwerer Krankheit schrittweise an die volle Arbeitsbelastung heranführen) für berufstätige Mütter. Diese Maßnahmen mögen für Menschen mit Einschränkungen sinnvolle Modelle sein.
      Mütter haben allerdings Kinder geboren, keinen tragischen Unfall mit Spätfolgen erlitten. Sie haben weder körperliche noch geistige Einschränkungen, wegen derer sie nicht mehr die gleichen Tätigkeiten ausführen könnten wie zuvor. Ihnen daher Kompetenzen absprechen zu wollen, ist schlichtweg unverschämt. Einzig und allein darauf habe ich den Satz "Mütter haben keine Behinderung, keine Einschränkung, kein Handicap. Sie haben einfach nur einen anderen Lebensentwurf. " bezogen.
      Es war nicht meine Absicht, damit jemanden zu verletzen oder zu Nahe zu treten.

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  6. Vielen, vielen Dank für den offenen Brief der mir aus der Seele spricht.
    Grüße von einer berufstätigen Mutter
    Julia

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    1. Vielen Dank, liebe Julia! Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist <3!

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  7. Ich bin berufstätige Mutter, ich bin im eigenen Geschäft des Mannes - vieles ist für mich einfacher, vieles nicht.
    Ich kann Abholzeiten relativ gut einhalten, sitze aber oft abends dafür am PC.
    Wenn wir Messe haben, kommt unser Sohn mit.
    Wenn wir mal schnell nach China müssen, kommt unser Sohn mit.

    Bei einem externen Angestelltenverhältnis wäre das nicht möglich - warum nicht frage ich mich da?
    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Geschäftspartner und Besucher unglaublich offen mit der Situation umgehen.

    Warum gibt es in Deutschland diese harte Grenze zwischen Business und Privat?

    Die Wahrheit liegt wie immer dazwischen.

    Ja, Mütter nehmen ihr Privatleben mit in den Beruf - aber sie nehmen den Beruf auch mit ins Privatleben.
    Und ja, es gibt Mütter, die Privatveranstaltungen ihrer Kinder vor ihren Beruf stellen. Es gibt aber auch Mütter, die zu Hause das Laptop nochmal auspacken um Projekte bis Mitternacht fertig zu bekommen und anstatt der vereinbarten 20h-Woche im Endeffekt Vollzeit arbeiten.

    Manche "ruhen" sich auf dem Muttersein aus, für manche ist es Tag für Tag ein Spagat.

    Mit flexibleren Betreuungszeiten / Betriebskindergärten könnten sich viele Chefs einen Gefallen tun.
    Denn wenn Mütter nicht mehr zwischen "Entweder-Oder" entscheiden müssen sondern ein entspanntes "Und" wählen können, dann können sie auch voll da sein.

    Mütter brauchen keine Sonderbehandlung, aber genauso wenig sollte alles was Mütter leisten als selbstverständlich angesehen werden.

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    1. Natürlich stellen Mütter manche (!) Privatveranstaltungen ihrer Kinder vor den Beruf. Aber auch kinderlose Arbeitnehmer setzen gelegentlich Prioritäten zugunsten Privatvergnügens (wenn ich da nur an etliche Kollegen denke, die sich nach dem Rosenmontag frei nahmen um ihren Rausch auszuschlafen). Warum ist es derartig verpönt, mal für eine Theateraufführung des Kindes früher das Büro zu verlassen? Das verstehe ich nicht so richtig. In Deutschland wird Müttern gerne das Gefühl gegeben, sich für ihre familiären Verpflichtungen schämen zu müssen. Solange die Entscheidung für Familie in den Köpfen negativ assoziiert wird, werden auch Kindergeld, Elternzeit und Herdprämie der niedrigen Geburtenrate keinen Einhalt gebieten. Ein neues Denken in unseren Köpfen muss her! Kinder müssen als wertvoller Teil der Gesellschaft begriffen werden, nicht als Einschränkung und Störfaktor. Erst dann kann es in Deutschland wieder uneingeschränkt Spaß machen, Familie zu haben. Ich unterschreibe dein Plädoyer fürs "Entspannte UND" also voll und ganz und freue mich, dass du bereits eine Möglichkeit gefunden hast, das zu praktizieren!

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  8. Mich nervt bei der ganzen Debatte immer kolossal, dass es ständig immer nur als ein Frauen-Problem diskutiert wird. Ich finde, das wirkliche Thema ist doch hier, dass in dem Beitrag eine Frau Frauen pauschalisiert angreift - deren Männer aber einfach so davon kommen, ohne dass das kritisch angemerkt wird. Berufstätige Männer sind aber meinem Verständnis nach genauso Teil der Familie und tragen die gleiche Verantwortung dafür, dass das Familienleben funktioniert, wie ihre berufstätigen Frauen. Und das müsste der Dame nochmal kurz vor Augen geführt werden. Ihre ganze Argumentation hinkt doch, weil sie in ihrem Denkansatz in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts stecken geblieben ist!

    Davon abgesehen. In jeder Firma gibt es Leute, die glauben, dass man nur Karriere machen kann oder einen Wertbeitrag zum Unternehmen beisteuert, wenn man immer präsent ist und sich einen abrödelt. Aber: Mehr-Arbeit nicht auch gleich bessere Arbeit. Oftmals ist vieles von dem "immer da sein und Action schieben" totaler Schaum. Wirklich gefragt in Unternehmen ist ein ordentliches professionelles Managen von Kapazitäten und Arbeitsaufträgen. Überstunden ohne Sinn und Verstand sind nicht nur ein persönliches Kapazitäten-Thema, sondern auch ein Effizienz- ,Claim- und Expectation- Management-Problem und Führungskräfte (egal ob Männer oder Frauen) haben hier offensichtlich in vielen Unternehmen große Kompetenz-Defizite.

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    1. Autsch! Da hast du Recht! Warum die Väter in der Debatte außen vor gelassen werden, habe ich mich bislang noch gar nicht gefragt. Vielleicht weil sie sich grundsätzlich (meiner persönlichen Erfahrung nach) weniger für das "Große Ganze" verantwortlich fühlen und in der Regel an den Müttern der Großteil an Organisatorischem rund ums Familienleben hängen bleibt. Und auch ein bisschen, weil ein Vater Schulterklopfen und schmachtende Blicke statt hochgezogener Augenbrauen erntet, wenn er mal mit dem Kind zum Arzt geht oder den Kindergeburtstag betreut (darüber habe ich bereits in "Das Streben nach Anerkennung" mamaslifestyle.blogspot.de/2015/03/das-streben-nach-anerkennung.html gebloggt). Danke, dass du diesen Punkt einbringst!
      Deiner Kritik am "Hochhängen" der permanenten Präsenz kann ich nur zustimmen. (Übrigens auch ein typisch deutsches Phänomen, in anderen Ländern hagelt es keinen Beifall sondern mitleidige Blicke, wenn man nach Feierabend regelmäßig Überstunden schiebt). Über kurz oder lang bricht diese 24h-Verfügbarkeit jedem Arbeitnehmer, egal ob Elter oder Kinderlos, das Genick. Und den Unternehmen, die das einfordern und gute Arbeitskräfte "verheizen" statt mit diesen Ressourcen verantwortungsbewusst umzugehen, genauso!

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  9. Schön geschrieben, besser könnte man es wohl nicht sagen! Ich habe den Artikel in der Brigitte zwar nicht gelesen, aber die von dir zitierten Stellen reichen mir vollkommen. Unfairer geht es jawohl nicht! Meiner Erfahrung nach ist eher das Gegenteil der Fall: arbeitende Mütter arbeiten effizienter als Kinderlose! Gerade weil sie wegen der schlechten Kita-Öffnungszeiten früher wegmüssen als ihre Kollegen, die zwischendurch Schwätzchen über ihr Privatleben halten undso. Und wenn wirklich die Kollegen regelmäßig kompensieren müssen, dann macht der Arbeitgeber etwas falsch, scheint mir. Strukturelle Unterbesetzung ist nicht die Schuld der Arbeitnehmer, oder?
    Müttern weder Gleitzeit noch Home Office zu ermöglichen, obwohl die Kita-Öffnungszeiten nicht ihre Schuld sind und dann meckern, wenn sie nachmittags früher gehen als Kinderlose (was ihr gutes Recht ist, schließlich kriegen sie deswegen ja auch weniger Gehalt als die länger im Büro bleibenden Kollegen), das ist einfach eine Frechheit!
    Wenn ich hin und wieder lese, wie feindlich man arbeitenden Müttern in Deutschland begegnet, bin ich jedes Mal froh, dass ich in Holland lebe. Nun ist hier nicht alles perfekt, aber so respektlos und intolerant geht man hierzulande nicht mit Müttern um.
    Da kann man nur hoffen, dass sich da bald was ändert in good (?) old Germany...
    Viele Grüße aus dem Nachbarland und viel Erfolg beim Abregen ;-)
    Kristine von Importkaaskop

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    1. Ich bin froh, dass der Artikel noch nicht alle erreicht hat, denn er hat seine Leser nicht verdient (daher auch keine Verlinkung).

      "wenn wirklich die Kollegen regelmäßig kompensieren müssen, dann macht der Arbeitgeber etwas falsch, scheint mir. Strukturelle Unterbesetzung ist nicht die Schuld der Arbeitnehmer, oder?" Standing ovations für diesen Satz, liebe Kristine!
      Schön zu hören, dass diese familienfeindliche Mentalität noch nicht bis nach Holland durchgedrungen ist! Wir leben aktuell in Istanbul, wo wir für unsere Kinder und die Wahrnehmung der damit verbunden Pflichten plötzlich Respekt und Anerkennung ernten. Ein noch ungewohntes und sehr schönes Gefühl! Ich hoffe, es breitet sich sich bald bis nach Deutschland aus ;-)

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  10. Sehr wahre Worte. Ich war auch sowas von fassungslos und entsetzt. Bin nur ein kleines bisschen zerrissen...eigentlich dürfte man ihr gar keine Lobby bzw. Platzform geben. Dieser unverschämten Person.

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    1. Ich habe auch erst gehadert, denn damit zieht der Artikel unweigerlich noch mehr Aufmerksamkeit auf sich. Die Wut hat letzten Endes gesiegt und ich bin froh, mir das von der Seele geschrieben zu haben. Auf solche diskriminierenden Anschuldigungen nicht zu reagieren, hätte sich irgendwie falsch angefühlt. Als wäre eine solch verachtende Meinung und Hetze tolerierbar...
      Vielen Dank für deinen Zuspruch <3!

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  11. Sehr guter Artikel... Ich könnte jetzt einen ellenlangen Bericht über mein Arbeitsleben führen, was echt zu weit gehen würde. Fakt ist, das ich als 2fache Mutter einen 50 % Job ausführe... 50 % Zeit, 30 % Gehalt und dafür aber 80 % Auslastung. Ich stehe mit keinem Kollegen beim Kaffeeklatsch zusammen, dazu fehlt mir die Zeit. Aber da ich weiss, das ich als Mutter schwer einen anderen Job finde, muss ich entsprechend viel leisten. Und ja ... Ich muss pünktlich gehen. Aber wenn eines meiner Kinder krank ist, bin sitze ich am Abend im Büro, wenn der Papa zu Hause ist. Schade das wir doch nie erfahren werden, was sie zu diesem Artikel bewegt hat. Die Mütter in ihrem Umfeld sind es sicher nicht!

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    1. So wie du deine Arbeitsmoral beschreibst, erlebe ich es bei den meisten berufstätigen Müttern. Schlechte Bezahlung, längere Arbeitszeiten als vereinbart und permanente Bereitschaft (man will sich ja nichts nachsagen lassen). Natürlich wird es auch negative Ausnahmen geben, aber die gibt es nicht nur unter Müttern. Die gib es unter Müttern und Kinderlosen, unter Männern und Frauen, unter Hilfsarbeitern und Managern. Kollegen, die ständig verschlafen oder den halben Tag rauchen, die überdurchschnittlich hohe Fehlzeiten haben und ihre Arbeitszeit unmotiviert absitzen. Mütter generell als unfähige Arbeitnehmer abzustempeln ist einfach eine Frechheit! Grade sie stehen sowieso permanent unter dem Druck, ja jedes Vorurteil zu widerlegen.

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  12. Auch als berufstätige, bewusst kinderlose Frau stimme ich dir voll u. ganz zu mit deiner Rebellion gegen diesen Artikel !!!
    Dem ist nichts hinzu zu fügen. Jeder kann seine Ansichten vertreten, aber dies ist eine Frechheit.

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    1. Vielen Dank <3!
      Es bedeutet mir besonders viel, dass sich endlich auch mal eine Kinderlose und damit nicht "angegriffene" gegen solche diskriminierenden Anschuldigungen ausspricht! Ich bin froh und erleichtert; offenbar spiegelt Frau Hackls Empfinden doch nicht das Empfinden der breiten Masse wider. Ob mit Familie oder ohne: Jede Frau ist in der Lage, ihren Job großartig zu erledigen. Punkt.

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  13. Liebe empörte Mütter oder Nichtmütter,

    der Beitrag was polarisieren und pointiert. Er beruht auf wahren Begebenheiten. Ich habe in keiner Zeile behauptet, dass alle berufstätigen Mütter so agieren, jedoch habe ich die geschilderten Beispiele tatsächlich so, teils sogar noch extremer, erlebt. Und natürlich habe ich auch viele andere berufstätige Mütter erlebt, deren Gedanken nicht stetig um ihre Kinder kreisten, die Beruf und Privatleben trennen konnten und die einen großartigen Job gemacht haben. Aber!!! Es gibt schlichtweg Konstellationen, die dies nicht ermöglichen. Was also spricht dagegen, diesen Müttern eine zeitlich individuell begrenzte Arbeitsstruktur zu schaffen, die ihnen den Druck nimmt, ihnen weiterhin Freude an der Arbeit (inkl. Erfolg) ermöglicht, solange sie, ggf. sehr flexibel, für ihre Kinder da sein müssen und auch sollen?

    Der Beitrag bei Brigitte hatte und viel Rechtfertigungen als Resonanz. Warum? Warum müssen sich berufstätige Mütter rechtfertigen? Warum darf eine berufstätige Mutter in unserer Gesellschaft denn nicht, ohne schlechtes Gewissen, ihren individuell benötigten Freiraum fordern? Ist es nicht viel mehr ein gesellschaftliches Anspruchsdenken, welches das verhindert? Ist eine berufstätige Mutter, die womöglich ihren Job nicht mit der Flexibilität erledigen kann, wie vor dem Mutterdasein, schlicht schwach oder gar unfähig?

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    1. Liebe Frau Hackl,

      ich freue mich, dass Sie mein Brief erreicht hat und Sie sich die Mühe gemacht haben, ihn zu lesen und zu kommentieren (und das vorbildlich offensichtlich außerhalb Ihrer Arbeitszeiten).
      Viele Reaktionen Ihrerseits wären denkbar gewesen:
      Eine Entschuldigung beispielsweise dafür, so viele Frauen öffentlich beleidigt zu haben.
      Oder auch das Beharren auf Ihrem Standpunkt inklusive einer schlüssigen Begründung.
      Dass Sie nun schildern, bereits persönlich Müttern begegnet zu sein, die einen großartigen Job gemacht haben, verwundert mich doch sehr. Denn als Sie sich so schön an jedes einzelne "Vergehen" der berufstätigen Mütter in Ihrem Umfeld erinnerten, diese Schandtaten bündelten (ich unterstelle auch ausschmückten) und die Sau aka "berufstätige Mutter im Allgemeinen" durchs Dorf trieben, haben Sie die Leistungen der bewundernswerten Frauen wohl versehentlich unter den Tisch fallen lassen.
      -"Ich habe in keiner Zeile behauptet, dass alle berufstätigen Mütter so agieren" -
      Glücklicherweise muss ich den Artikel nicht nochmals aufrufen um zu überprüfen, ob ich Sie irgendwo mißverstanden haben könnte. Ich habe ihn bereits gestern dreimal durchgelesen und vergeblich auf jeden Hinweis dergleichen gesucht (oder auf den Hinweis nach Satire).
      Sie haben nicht davon berichtet, dass Sie positive wie negative Erfarungen machen mussten. Sie haben sämtliche berufstätige Mütter schlichtweg der Inkompetenz und Arbeitsscheu bezichtigt und für diesen "Klotz am Bein" eine Ausgliederung aus der normalen Arbeitswelt gefordert.
      Dass Sie nun zurückrudern und die empörten Reaktionen Ihrer Leser auf eine falsche Interpretation Ihrer Wortwahl zurückführen wollen, enttäuscht mich.
      Ihre Intention war es nur, sich für mehr Freiraum und Flexibilität berufstätiger Mütter einzusetzen?
      Das gesellschaftliche Anspruchdenken und die Erwartungshaltung der Wirtschaft kritisch zu hinterfragen?
      Entweder ein schwacher Versuch, die Wogen zu glätten oder ein klassischer Fall von "Thema verfehlt" (was mich bei Ihrer Berufswahl dann doch erstaunen würde).

      Die Pointe ihres "pointierten" Artikels suche ich übrigens immer noch.

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    2. Hat ja auch keiner gesagt, dass es ALLE sind, aber Sie reden ja vom "Großteil" liebe Frau Hackl. Sie sagen, dass diese Frauen "nerven" und "purer Horror" sein können. Sie regen sich darüber auf, dass diese während der Arbeitszeit Termine vereinbaren. Viele meiner Kollegen ohne Kinder telefonieren für ihre privaten Belange während der Arbeitszeit. Es stört sich niemand daran, dass der Arzttermin vereinbart wird, weil die Praxis gleichzeitig zur Mittagspause oder nach Feierabend eben zu ist! Im Arbeitsumfeld verbringt man sehr viel Zeit miteinander, also werden nun mal Geschichten oder Fotos ausgetauscht. Bei Menschen ohne Kinder sind es Anekdoten vom Hund, von der letzten Party, vom letzten Einkauf, vom Sonntagsspaziergang mit den Eltern etc. Bei einer Mutter oder einem Vater sind es Geschichten von Kindern, Bilder von Kindern und deren Meilensteine. Weil Menschen nunmal gesellig sind und reden! Sie echauffieren sich, dass Mütter Anerkennung und Rücksicht verlangen. Das haben sich diese Frauen auch vollkommen verdient! Unsere eigentliche "Arbeit" fängt nach Feierabend erst an! Wir können nicht einfach den Computer runterfahren und sagen "ich mache heute nichts mehr." Wir müssen Kinder abholen (von der Tagesmutter, KiTa, Ersatzbabysitter, weil die KiTa mal wieder streikt und wir unsere kleinen Kinder eben nicht einfach mal Zuhause alleine lassen können). Wir müssen vielleicht noch zu irgendwelchen Arztterminen, Bankterminen, Anwaltsterminen, etc. Zum Chauffeur, den wir Mütter gerne für unsere Kinder, teilweise auch Freunde (sogar die ohne Kinder) sind, kommt dann noch Putzfrau, Köchin, Bedienung, Lehrerin, Psychologin, Ersthelferin etc. hinzu. Ach ja, und falls das Kind nachts nicht schlafen kann, wie viele Erwachsene manchmal auch, denken sich Kinder nicht: Ich lese mal ein Buch und versuche zu schlafen. Nein, Kinder wecken ihre Mütter, die am nächsten Tag früh raus müssen, um zur Arbeit zu fahren. Besonders Alleinerziehende haben sich Anerkennung und Rücksicht verdient, weil sie genau diesen Spagat meist ohne jegliche Hilfe hinbekommen müssen. Diese Frauen haben Ihren Spott nicht verdient Frau Hackl. Sie können es sich gar nicht anders aussuchen als wieder zurück in den Beruf zu gehen, obwohl sie meist viel lieber darauf verzichten wollen würden tagtäglich blind auf "Fremde" zu vertrauen, die ihr Kind beaufsichtigen sollen. Rechnungen müssen bezahlt werden, Sozialabgaben geleistet werden, damit jeder in der Gesellschaft auch finanziell aufgefangen wird. Ich muss arbeiten, damit für die Generation die jetzt in Rente gegangen ist gesorgt ist. Meine Kinder müssen arbeiten, damit für diejenigen gesorgt ist, die sie einst verspottet haben.

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    3. Vielleicht verstehen Sie in diesem Beitrag, worum es mir ging.

      http://www1.wdr.de/radio/podcasts/wdr5/funkhausgespraeche136.html

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    4. Tut mir leid Frau Hackl. Ich habe den Bericht gelesen und sehr gut behalten, auch wenn nun im Nachhinein von der Brigitte und ihnen versucht wird, das ganze kommentarlos unter den Teppich zu kehren. Ihr Beruf Frau Hackl, besteht in der Auseinandersetzung mit dem geschriebenen Wort. Das bedeutet für mich: sie wissen GANZ GENAU was sie da schreiben, kein Verstecken hinter Missverständnissen bitte. Von wegen ihre Intentionen seien nicht rübergekommen. In keinem Wort kam auch nur ein wenig Respekt rüber für Mütter, die sich kümmern. Wenn heute oder morgen ein ihnen nahestehender Mensch sofort ihre Hilfe braucht, dann halten sie sich an ihre Deadline und lassen ihn wohl im Stich. Das scheint ja ihre Priorität zu sein. Mütter ertragen die Sticheleien von Leuten wie ihnen und tun das einzig Richtige: sie kümmern sich um die Bedürfnisse eines Menschen. Dazu gibt es KEINE Alternative. Glauben sie im Ernst es ist für uns schöner mit einem fieberglühenden weinenden Kind daheim zu sitzen und sich zu sorgen, statt im Büro zu sitzen, Kaffee zu trinken und sich unglaublich wichtig zu fühlen, weil man einen Artikel fertiggebracht hat? Nur Hohn, Verleumdung und verletzende Worte. SIE wollen keine Verbesserung unserer Bedingungen. Sie wollen ihren Frust abladen. Wissen sie was, liebe Frau Hackl: Mütter sind in der Regel ausgesprochen soziale Menschen, die gelernt haben, sich auch um die Bedürfnisse der Menschen um sie herum zu kümmern. Es immer allen recht zu machen. Sowohl ihrer Familie, als auch den Kollegen. Sich eher bis zur Erschöpfung zu verausgaben, als auch nur einen einzigen Menschen hängen zu lassen. Wenn sich die Mütter in ihrem Umfeld ihnen gegenüber tatsächlich so verhalten, dann hat das wohl einen guten Grund. Den würde ich mal an ihrer Stelle bei ihnen selbst suchen. Wenn mir als Mutter so viel Verachtung entgegenschlägt, wie aus ihren Worten hervorgeht, dann gibt es für mich nur eines: für diesen Menschen investiere ich keine Minute länger, als ich verpflichtet bin. Warum wir uns rechtfertigen in den Antworten,? Weil WIR versuchen den Imageschaden zu beheben, den SIE uns zugefügt haben. Die Scherben aufsammeln die sie haben liegenlassen. Irgendeiner wird den Scheiss schon aufsammeln. Typisches egozentrisches Karrieredenken: nach mir die Sintflut. Eines ist sicher: ihr Name wird noch lange im Gedächnis bleiben. Als die Frau, die die arbeitenden Mütter durch den Dreck gezogen und öffentlich gedemütigt hat. Und die Brigitte als die Zeitschrift, die dieser Vorstellung einen Raum gegeben hat.

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    5. Liebe Frau Hackl,
      es werden auch heute noch in Deutschland viele Frauen gar nicht erst eingestellt (bzw. in schlechteren Positionen) allein deshalb, weil sie in der Lage sind, theoretisch einmal Kinder zu bekommen. Und deshalb werden sie ja sowieso einmal jahrelang ausfallen, danach unkonzentriert und unproduktiv sein, nicht wahr?
      Ich bin Studentin und weit entfernt davon, Kinder zu bekommen (wenn überhaupt jemals). Trotzdem bedanke ich mich jetzt schon bei Ihnen dafür, dass Sie dazu beitragen, Vorurteile in der Gesellschaft zu festigen, wegen denen ich vielleicht einmal einen Job nicht bekommen werde.
      Eine Frage habe ich außerdem an Sie: Wieso sprechen Sie nur von Frauen? Begegnen Sie berufstätigen Vätern mit ebenso wenig Respekt? Mit der Forderung nach "Mütterarbeitsplätzen" fordern Sie eine gezielte Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Das Ziel sollte sein, alle Arbeitsplätze flexibler und familienfreundlicher zu gestalten - von Müttern wie von Vätern. Aber so lange es Menschen gibt, die so denken wie Sie, sehe ich da schwarz.

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    6. Frau Hackl,
      ich habe Ihren Artikel leider nicht lesen können - hätte mich gerne damit oder besser: mit Ihnen angemessen auseinandergesetzt. Ich möchte nicht auf der Basis von Sekundärquellen mit Ihnen streiten. Außerdem hat die Blogautorin hier schon sehr viel Kluges aufgeschrieben und aus meiner Sicht sehr gute Argumente vorgetragen.
      Sie verweisen auf ein Funkhausgespräch des WDR, ich habe kurz reingehört, und was soll ich sagen: Wenn bei der Anmoderation schon deutlich wird, wie wenig Recherche da in das Thema gesetzt wird (seit der Jahrtausendwende gibt es den Trend weg vom "Heimchen am Herd" hin zur "Karrieremutter"), wie ernst kann ich den Beitrag dann noch nehmen? Es ist einfach nur bitter, dass es offenbar okay zu sein scheint, auf Mütter diskrimierend einzuschlagen - man stelle sich vor, es ginge gegen Leute eines bestimmten Glaubens oder Leute mit einer Herkunft aus ganz bestimmten Ländern. Sie haben der Sache der Frauen und der Sache der Mütter wahrlich einen Bärendienst erwiesen!

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    7. Vielleicht kann dieser kleine Exkurs zum Thema "literarisches Stilmittel" Ihnen helfen, die tatsächliche Forderung hinter dem Beitrag zu erkennen.

      http://www.literaturwerft.de/150510%20Stellungnahmen%20zum%20Brigitte-Artikel.pdf

      @mrscgn
      Ich würde mir wünschen, dass die Brigitte den "Rückzieher" zurückzieht. Falls dies nicht geschieht, stelle ich den Beitrag jedoch gerne selbst in vollem Umfang zur Verfügung, denn aus dem Gesamtkontext gerissen wäre der Hass, welcher mir für einzelne Passagen entgegen schlägt, mehr als gerechtfertigt.

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    8. Das wird ja immer besser. Nun bekommen wir auch noch durch die Blume gesagt, wir seien zu literarisch ungebildet um den Artikel zu verstehen. Jaaaaaaaaaaaaa klar sind wir dazu nicht in der Lage. Wir sind ja auch nur den ganzen Tag gedanklich bei unseren Kindern und deshalb zu BLÖD dazu, ihre literarische Meisterleistung zu erkennen. Frau Hackl....sie reiten sich immer tiefer rein. Sie haben einen Bock geschossen, der seinesgleichen sucht. Übrigens fand ich den Artikel in seiner Gesamtheit beleidigend und verletzend, und man könnte JEDE EINZELNE PASSAGE für sich herausnehmen, und sie würde trotzdem vor Hohn und Gemeinheiten strotzen.

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    9. Na vielen Dank für die Aufklärung über Stilmittel. Dass ihr Beitrag polemisch ist, hat wohl nie jemand angezweifelt. Er ist aber auch diskriminierend, aggressiv und herabwürdigend.
      Was ist denn die Botschaft hinter ihrem ach so polemischen Artikel? Wie ich sie bisher verstanden habe, denken sie, dass Frauen zu sehr unter Druck gesetzt werden und "Mütterarbeitsplätze" eine Erleichterung für sie wären? In gewisser Weise stimme ich Ihnen zu, die neue Wahlfreiheit der Mütter äußert sich bei einigen in einem neuen Druck, allem perfekt gerecht zu werden. Sie fordern aber, den Frauen diese neue Wahlfreiheit zu nehmen, und das setzt an der völlig (!) falschen Seite an. Unternehmen müssen den Menschen gerecht werden, nicht andersrum.
      Ich warte übrigens noch auf eine Antwort auf die Väter-Frage vom 9.5. (17:02)

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    10. "Worte sind unsere Taten" Frau Hackl, nicht wahr?!...Um ihre Website zu zitieren....bei Ihnen passt wirklich gar nichts mehr zusammen, im gesamten Welt- und Kommunikationsverständnis. So gesehen scheinen Sie in der "Brigitte" tatsächlich doch die richtige Plattform gefunden zu haben...
      Ich finde diese Frauenfeindlichkeit einfach schrecklich!
      Großes Lob an diesen Blog hier, den offenen Brief und die Diskussion darüber :)

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    11. Und noch etwas: ich bin einfach entsetzt darüber mit welch gehässiger Arroganz sich Frau Hackl aus dieser Affäre trollen möchte....gar von "Gegnern" und "digitalem Köpfe einschlagen" spricht...unfassbar!!!

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    12. Hallo Frau Hackl,
      bitte stellen Sie Ihren Artikel öffentlich zur Verfügung, und dann reden wir. Es scheint nötig zu sein. Lassen Sie uns einen Link zukommen.
      Zuvor jedoch noch eine Anmerkung, da Sie auf Literturstilmittel hinwiesen: Sie haben in der "Brigitte", einem populären Magazin, publiziert. Wenn Sie sich nun nicht verstanden fühlen, könnte das u.a. an einer Schreibe liegen, die nicht zielgruppengerecht ist. Darüber hinaus scheinen Sie hier eine alte Kommunikationsregel nicht beachtet zu haben: Es ist immer entscheidend, was beim Rezipienten ankommt. Sicherlich interpretieren Leser häufig auch etwas in einen Text, das darin überhaupt nicht steht, aber – soweit ich das erkenne – ist das hier wohl kaum der Fall. Es muss Ihnen klar gewesen sein, was solche steilen Thesen bei der Leserschaft der "Brigitte" (Frauen, Mütter) auslösen. Insofern fände ich die Reflexion eigenen Tuns angebracht.

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  14. Sehr schön geschrieben! Spontan fiel mir das Sprichwort ein: Was ich selber denk und tu, trau ich auch dem Andren zu.
    Vielleicht nutzt Frau Hackl regelmäßig ihre Arbeitszeit für alles, was sie den Müttern vorwirft?
    Ich arbeite in einer kleinen Firma, in der mittlerweile nur noch eine Kollegin kinderlos ist, und was soll ich sagen, wir sind erfolgreich. Aber man könnte es auch als den Mütter- Arbeitsplatz sehen, den Frau Hackl vorschlägt. .. Eine furchtbar unglückliche Frau!
    LG Stefanie

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    1. Na da fragt man sich doch, wie das möglich ist nachdem sämtliche Mitarbeiterinnen sich nur mit ihrem Familienleben anstelle ihres Jobs beschäftigen ;-).
      Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Stefanie!
      Wie man sieht ist es wichtiger denn je, Erfahrungen und Erfolgsgeschichten dieser Art zu teilen um wenigstens einen kleinen Teil der Vorurteile, die großzügig von Frau Hackls dieser Welt gestreut werden, wieder auszuräumen.

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  15. Danke! Sehr schön geschrieben,! Spricht mir als Zwillingsmutter, die es wagt Teilzeit zu arbeiten, voll aus der Seele.

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    1. Liebe Tina,

      Ich freue mich sehr über dein Feedback, vielen Dank! Zugleich stimmt es mich aber auch traurig, schon wieder von einer Mutter zu hören, die mit Diskriminierung zu kämpfen hat.
      Ich wünsche dir für deinen beruflichen Weg und deine Familie alles Gute <3!

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  16. Hallo Yammy Mummy,

    das wir Familienfrauen finanziell benachteilig sind werden die stöhnenden Singlefrauen erst dann begreifen, wenn man tatsächlich mal die Lohnabrechnungen nebeneinander legen könnte. Das Kindergeld was und so generös "gewährt" wird bezahlen wir ja schon vorweg mit unserem hohen Steueranteil bei Gruppe V. Wie hoch meine tatsächliche Arbeistleistung war sehe ich jetzt an meinen Rentenaufrechnungen, die man ja ab und zu zugeschickt bekommt. Trotz Tätigkeit in einem nicht gerade üppig bezahlten Beruf werde ich eine auskömmliche Rente haben. Denn ebenso wie bei einer Kinderlosen weist meine Tätigkeit keine Lücken auf. - Kindererziehungsszeiten und Elterngeld gab es damlas noch nicht, 8 Wochen nach der Geburt der Kinder hatten wir wieder am Arbeitsplatz zu sein, der Mutterschutz für den Arbeitsplatz galt nur 3 Monate. -
    Ich arbeite in einer Klinik, da sind ungewöhnliche Arbeistzeiten möglich, Wochenende, nachts, Teilzeitschichten. Das erleichtert natürlich die Organisation, Papa war oft nachts mit den Kindern alleine, wenn ich Nachtwachen machte.
    Und die Lamentiererei über den Fortfall der Rentensicherheit sehe ich auch in der respektlosen Behandlung von Eltern, sobald sich mehr als 2 Kinder in der Familie eingefunden haben wird einem eine Art von Asozialität unterstellt. - Mein Mann und ich haben drei Söhne..... In den achtziger Jahren gab es da manchen dummen Kommentar zu hören.
    Ab und zu haben mich allerdings Kolleginnen genervt, wenn sie nach Partys am Wochenende nicht oder nur begrenzt einsatzfähig morgens evtl oder auch nicht pünktlich zum Dienst erschienen und die Nachtschicht auch noch die Frühversorgung der Station übernehmen mußte.
    Natürlich kennt man in meinem Beruf weder HomeOffice noch Deadlines für Projekte, insofern kann ich bei der genervten Dame nicht mitreden.

    Wir Mütter, die einen Spagat zwischen Familenwelt und Erwerbswelt hinbekommen haben aber mehr Respekt verdient und nicht solche Arroganz.

    Ach so - der Generationenvertrag der Rente..... mit den Beiträgen finanziert man die vorhergehende Generation, man spart nicht für sich selber. - Mit welcher Selbstverständlichkeit die Rente ohne vernünftige Reflektion in Anspruch genommen wird von solchen Egomanen verwirrt mich. Das sind doch so offensichtliche Zusammenhänge, fehlt diesen Reproduktionsverweigeren dafür der Durchblick.

    Ach so - noch Danke für Deinen wundervollen offenen Brief.

    Es grüßt Dich ganz herzlich DreifachMama und DreifachOma .Ilse

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    1. Liebe Ilse,

      vielen Dank dass du deinen Erfahrungsschatz mit uns teilst! Schön und sehr interessant, hier auch mal die Situation und Sichtweise der Generation Großeltern zu lesen.
      Meinen vollen Respekt für deine bewundernswerte Lebensleitung hast du in jedem Fall!

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    2. Liebe Frau Benders-Rexin,
      ich bin leider erst jetzt mit etlichen Monaten Verspätung auf diese Debatte gestoßen und habe mich fest gelesen. Ich finde die EInlassungen von Frau Hackl auch völlig daneben, genauso daneben finde ich es aber, "stöhnende Singlefauen" als "Reproduktionsverweigerer" zu beschimpfen. Schade auch, dass das offenbar den zu Recht über die pauschale Diskriminierung seitens Frau Hackl empörten Müttern hier bislang nicht aufgefallen ist. Und nein, da die Frage jetzt vermutlich im Raum steht, ich selbst habe keine Kinder. Solange Frauen sich aber gegenseitig ihre Lebensweise - die ja im Übrigen, egal ob mit oder ohne Kind, durchaus nicht immer freiwillig gewählt ist - auf derart gehässige Weise vorhalten und vorwerfen, wird sich leider nie etwas ändern. Wer gegen berufstätige Mütter hetzt, hat den Schuss nicht gehört, wer pauschal kinderlose Frauen als Egomanen beschimpt, aber leider auch. Und das traurigste daran: Solange Frauen sich untereinander witerhin immer nur fertig machen, können sich alle Retro-Machos der Republik gemütlich in ihren Chefsesseln zurücklehnen. So wird das nie was.

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  17. Es ist schon ein Phänomen, es gibt wohl beide Varianten zu dieser Thematik! Diese sind abhängig vom Charakter des Kollegen/in und den Vorgesetzten. Also ist hier das Pauschalisieren falsch. Ich selbst war eine ganze Zeit selbst in einer Behörde tätig als alleinerziehender Vater. Wohlgemerkt einer zertifizierten, die mit dem Logo "Familie und Beruf" Werbung betreibt. Resume: Im Schnitt mit 180 Überstunden bei reduziertet 30 Stundenwoche. Das entgegengebrachte Verständnis:"Der ist ja selber schuld!"
    Also von Papa zu Papa und Papa zu Mama, unsere Kinder sind der Erfolg unserer Leistung! Brauchen wir dafür die unqualifizierten Kommentare derer, die nie in der Situation waren, ich denke nicht!

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    1. Nein, die unqualifizierten Kommentare brauchen wir wirklich nicht :-)!
      Aber noch weniger brauchen wir, die sowieso schon gegen teils komplizierte Rahmenbedingungen und Vorurteile kämpfen müssen, jemanden, der öffentlich Hetze betreibt und zur Diskriminierung aufruft.
      Das Mütter und, wie man an deinem Beispiel sieht, auch Väter in Teilzeit oftmals zwar Teilzeit-Gehalt beziehen, aber Vollzeit Stunden schieben, scheint mindestens genauso weit verbreitet zu sein wie Mütter, die sich in ihrer Arbeitszeit mit Privatem beschäftigen.
      Vielen Dank für deinen Beitrag <3!

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  18. Vielen Dank für diesen offenen Brief! Er spricht mir aus der Seele!
    Ich habe mittlerweile das Gefühl, das man sich als berufstätige Mutter (oder auch als Vater) heutzutage nur noch rechtfertigen muss bzw. soll! Viele Mütter und Väter sind nur mit der Frage beschäftigt, wie man nur so herzlos sein kann und sein Kind vor dem 3ten Lebensjahr in die Kita zu schicken! Dabei kann Mann bzw. Frau oft gar nicht anders, Geld wächst ja bekanntlich nicht auf Bäumen!
    Und die "lieben" Kollegen und Kolleginnen müssen ja ständig auf uns Rücksicht nehmen und uns ständig vertreten. Ich für meinen Teil habe diese Rücksicht nie eingefordert!
    Ich arbeite in einem Unternehmen mit flexibler Arbeitszeit. Meine kinderlosen Kollegen haben natürlich einen anderen Lebensrhythmus, viele kommen dementsprechend erst später zur Arbeit, während ich schon 2-3h arbeite. Das ist in Ordnung und ich würde es nie jemandem vorwerfen, wenn da nicht immer dieses Augenrollen und das: "Ach, du gehst ja wieder früher!" wäre. Ich gehe nicht früher! Wenn dann gehe ich maximal pünktlich! Obwohl ich meistens schon 1h über meine tatsächliche Arbeitszeit hinaus da bin.
    Oft ist es auch so, das viele Mütter effektiver und organisierter arbeiten, schließlich endet der Arbeitstag zu einem festgelegten Zeitpunkt, da die Kita schließt! Während einige (!) kinderlose Kollegen sich durch den halben Tag bummeln, man kann seine Arbeit ja schließlich hinten ran hängen, dann sammelt man wenigstens noch Überstunden. Das wird dann aber unkommentiert hingenommen!
    Nochmal vielen Dank für deine wahren Worte!

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Dass man dafür angefeindet wird, nur die Stunden zu arbeiten, die man auch bezahlt bekommt scheint inzwischen normal zu sein und stimmt mich ganz schön traurig. Immerhin müsste es als Unterbesetzung eines Teams und Fehlentscheidung eines Chefs angesehen werden, wenn alle Überstunden schieben, nicht als bemerkenswerte Leistung der Mitarbeiter. Und noch schlimmer: Mitarbeiter die "pünktlich" gehen und ihr Soll erledigen, dürften nicht als wenigiger wertvoll eingestuft werden als diejenigen,die 60 Stunden die Woche im Büro verbringen.
      Noch ganz schön viel zu tun in Deutschland...Traurig!
      Danke für deine Unterstützung!

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  19. Vielen Dank für diesen Brief, er faßt die wesentlichen meiner Erst-Gedanken nach dem Lesen dieses Artikels zusammen.
    Im einem Punkt muß ich allerdings der Aussage von Frau Hackl zustimmen: Wenn sie ausschließlich nur solche Erfahrungen mit Müttern gemacht hat, ist dieses tatsächlich der blanke Horror.
    Ich habe eher die Erfahrung gemacht, daß es auch anders funktionieren kann und es nicht immer nur die Mütter sind, die sich um die Kinder kümmern. Auch Väter sind gerne ins Familienleben involviert. Hier liegt für mich eine wesentliche Entlastung: Gebt den Vätern die Chance, die Mütter zu entlasten, damit sie den Kopf auch frei bekommen. Leider ist dies trotz vieler oberflächlicher Maßnahmen noch immer nicht der Fall. Der Staat war hier ausnahmsweise schneller als die Wirtschaft: Elternzeit auch für Väter - doch was nutzt es, wenn der Arbeitgeber solchen Druck ausübt, daß "Mann" Angst um den Job haben muß...
    Ich biete in meinem Kleinunternehmen Väterarbeitsplätze an. Die Arbeitszeiten sind um die Familienbedürfnisse gruppiert, so daß die dazugehörigen Mütter auf ihren Arbeitsplätzen gedanklich entlastet werden können. So können auch Väter bei mir gerne die Kinder von der KiTa abholen oder früher gehen, später oder gar nicht kommen, wenn ein Kind mal krank ist. Noch nie hat es deswegen Ärger gegeben. Ganz im Gegenteil: Meine Mitarbeiter sind sehr motiviert und bringen freiwillig mehr konzentrierte Leistung, weil sie einfach entspannter sind. Ich unterhalte mich übrigens gerne mit ihnen über ihre Kindergeschichten und finde es sehr schön, daß sie so private Dinge von sich preisgeben. Schlimm wäre, wenn diese Kommunikation nicht mehr stattfinden würde, dann würde ich mich als Arbeitgeber fragen, was hier schief läuft.
    Als Arbeitgeber habe ich eine gesellschaftliche Verantwortung und bin nicht nur darum besorgt, jeden Tag die optimale Leistungsfähigkeit abzurufen, um möglichst viel Profit aus meinen Mitarbeitern zu schlagen. Ich denke, wir sollten an dieser Stelle unsere Werte überprüfen und wieder mehr für unsere Mitarbeiter tun.
    Vielleicht kann Frau Hackl ja ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und auch einige Mütter- und Väterarbeitsplätze einrichten. Es geht ganz leicht!
    Ich werde das Gefühl nicht los, Frau Hackl hat keine Kinder und kennt das Thema daher auch nicht, worüber sie schwadroniert. Als bitterböse Satire, um auf die Mißstände aufmerksam zu machen, taugt ihre Meinung allerdings auf jeden Fall.
    An dieser Stelle möchte ich kurz meine eigene Position beschreiben: Mutter mit eigenem Unternehmen und Angestellten. Ich führe es sehr erfolgreich und wüßte nicht, wie ich das schaffen sollte, wenn ich wie von Frau Hackl beschrieben arbeiten würde. Meine Nächte sind lang, sehr konzentriert, denn in unserer Branche herrscht ein großer Preiskampf, und Oma und Opa zur Kinderbetreuung fallen komplett aus.
    Ich habe alles Verständnis dieser Welt, wenn Eltern während der Arbeitszeit auch mal was organisieren müssen. In meinem Unternehmen funktioniert das, ich weiß nicht, warum es woanders nicht so sein soll. Der Artikel kommt mir vor, als würde Frau Hackl in einem Paralleluniversum leben. Ich hoffe, daß sie nie in die Verlegenheit kommt und selber womöglich Mutter wird und plötzlich all den Elternproblemen ausgesetzt wird. Eltern muß man erstmal gewesen sein, um beurteilen zu können, was gerade von Müttern für eine Leistung abverlangt wird. Menschen sind keine Arbeitsmaschinen, die morgens - oft nach unruhigen Nächten - angeschaltet und nach Arbeitszeitende wieder abgestellt werden.

    Frau Hackl, Ihre Ansichten sind sehr befremdlich. Es tut mir leid, daß Sie scheinbar nur solche Erfahrungen gemacht haben.
    HÖREN SIE AUF ZU JAMMERN UND FINDEN SIE BITTE EINE LÖSUNG, DAMIT IHRE PROBLEME ABGESTELLT WERDEN!
    Es handelt sich hier um ein gesamtgesellschaftliches Problem und nicht um eines der Mütter, mit denen Sie zusammenarbeiten müssen. Das muß ja ein merkwürdiges Unternehmen sein, in dem es so zugeht...

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    1. Liebe Ariane,
      das Betriebsklima in deinem Unternehmen liest sich bewundernswert und mit deiner Einstellung zur gesellschaftlichen Verantwortung als Unternehmerin solltest du allen ein Vorbild sein!
      Toll, was du leistest!
      Frau Hackl hat übrigens auch gute Erfahrungen mit arbeitenden Müttern gemacht, diese ließen sich nur nicht stimmig in ihre Hetzkampagne integrieren und so ließ sie diese Tatsache im Artikel unter den Tisch fallen (siehe Frau Hackls persönlicher Kommentar weiter oben). Nachdem sie sich entsprechend zu meinem Brief geäußert hat, finde ich ihren Artikel noch verwerflicher und unverständlicher.

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  20. Schade, leider hat Brigitte alle Links auf diesen Artikel bereits gelöscht, ich kann ihn nicht mehr finden. Aber das was ich auszugsweise davon gelesen habe, ist einfach nur beschämend und dumm. Ich hoffe, die liebe Frau Hackl hat einen guten Therapeuten, der ihre Komplexe behandelt. Wie sehr muss sie leiden, als 200% Arbeitskraft, auf deren Schultern die Zukunft unserer Gesellschaft liegen? Im Ernst, wie kann mal nur so ignorant, dumm und überheblich sein, so etwas zu Papier zu bringen? Nur so nebenbei, mein ex-Vorgesetzter verbringt mindestens 50% seiner Arbeitszeit damit, neue Gartengeräte oder Sportartikel im Internet zu shoppen, Fußballtickets zu kaufen und Reisen zu planen. Ich werde mal einen Anftrag auf einen Arbeitsplatz im Keller stellen, denn das ist für berufstätige Mütter eine Zumutung, mit solchen Menschen das Büro teilen zu müssen! Ich muss mich schließlich konzentrieren, denn von mir erwartet man, dass ich in 6 Stunden Arbeit für 8 Stunden erledige, damit ich danach meinem Luxus-Hobby Kinderbetreuung nachgehen kann.

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    1. Liebe Hannah,

      die Brigitte hat sich offensichtlich endlich mit dem Inhalt des von ihr publizierten Artikels befasst und festgestellt, dass es fürs Image nicht grade förderlich ist, diskriminierende und beleidigende Texte zu verbreiten, daher der Rückzieher.
      Der Rest des Artikels ist im Übrigen nicht weniger beschämend und dumm, in jeder Zeile wird der arbeitenden Mutter Inkompetenz und Arbeitsscheu unterstellt und beschrieben, wie unerträglich ihr Verhalten für kinderlose Kollegen sei. Du hast also nichts verpasst ;-).
      Vielen Dank für deinen kleinen Erfahrungsbericht über Freizeitaktivitäten während der Arbeitszeit <3!
      Ich bin sicher, nahezu jede berufstätige Mutter musste sich schon mit solchen Kollegen rumschlagen und hatte trotzdem noch ausreichend Verstand, sie nicht als den "puren Horrror" zu bezeichnen und öffentlich zu demütigen.
      Danke! :-)

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  21. Hallo,

    ich habe Ihre Gegendarstellung zum Brigitte - Artikel gelesen und kann nur ahnen, wie dieser Text ausgesehen haben muss. Auch ich bin kinderlos. Und ich verstehe Sie. Es ist ein Trauerspiel, das sich so oft in Deutschland wiederholt. Egal ob es um Mütter versus Karrierefrauen geht oder ob um anderes. Wir sind Weltmeister im gegenseitigen Ausgrenzen. Vor allem in der Arbeistwelt. Homo hominis lupus est. Da helfen auch keine schönen Sonntagsreden über Mehrgenerationen-Zusammenleben. Work-Life-Balance oder Multikulti. Hinter der Fassade wird deutlich: In Deutschland wird Leistung ausschließlich durch die Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt definiert. Was den Unternehmen nützt, nur das ist gut. Ausländer: Nur gut, wenn sie qualifiziert sind. Alte Menschen: Nur wenn sie bis 67 Jahre arbeiten. Behinderte: Nur wenn ihre Behinderung am Arbeitsplatz kein Problem darstellt. Frauen: Nur wenn sie arbeiten. Nicht wenn sie Kinder bekommen. Lieber akzeptiert man, einem spanischen Ingenieur Deutschunterricht zu geben, nachsichtig erst mal dem Kollegen alles auf Englisch zu erklären, anstatt einer Kollegin zuzugestehen, dass sie auch Mutter ist. Das soll nun nicht heißen, dass Einwanderer und Mütter nun gegeneinander ausgespielt werden sollen. Es soll nur illustrieren, wie pervers es ist, Menschen ausschließlich nach ihrem wirtschaftlichen Nutzen zu bewerten. In keinem Land ist das so ausgeprägt wie in Deutschland. Ich frage mich: Was kann man effektiv gegen diese schädliche Ideologie, gegen dieses utilitaristische Menschenbild tun? Wo bleibt da die unantastbare Würde? Und in welchen Redaktionen finden eigentlich noch kritische Konferenzen statt, bevor ein solcher Text veröffentlicht wird. So ein Text braucht ein Kontra. Einen Redakteur, der die gegenteilige Meinung vertritt.

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    1. Vielen Dank für Ihren interessanten Kommentar! Er macht die Absurdität unserer fragwürdigen Ideologie nur zu deutlich. Und weshalb ein Text, der inhaltlich keinen Mehrwert bietet und eine ausschließlich feindselige und verachtende Botschaft sendet, von einer renommierten Zeitschrift veröffentlicht wurde, ist mir immer noch ein Rätsel. Zumindest scheint die Redaktion erkannt zu haben, dass sie damit über das Ziel hinaus geschossen ist. So wurde der Artikel bereits aus dem Netz entfernt. Die Diskussion jedoch bleibt. Sind wir nur etwas wert, wenn wir uns ausschließlich unserem wirtschaftlichen Nutzen widmen? Und sind Mütter, die das gar nicht können, im Umkehrschluß weniger wert? Höchste Zeit, Werte und Einstellungen kritisch zu hinterfragen!

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    2. Hallo, nein, er ist noch zu finden zu meinem Leidwesen auch nicht gerade schwer. Man ersetze in diesem Pamphlet einfach einmal Mutter durch andere gesellschaftliche Gruppen, und dann fragt man sich doch, welch Geistes Kind hier waltet. Ist das noch karikierend oder pointierend? Oder nicht eher diskriminierend? In welcher Welt wollen wir Leben und was ist ihr journalistisches Sendungsbewußtsein, Frau Hackl? Aber bitte schreiben Sie langsam, ich bin sogar dreifache Mutter und vollzeit berufstätig.

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  22. Awesome work.Just wanted to drop a comment and say I am new to your blog and really like what I am reading.Thanks for the share

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Was meinst du?