Mittwoch, 9. Juli 2014

Warum Mütter so grandios wie die deutsche Nationalmannschaft sind


Gestern Nacht war für Fußball-Fans die Nacht der Nächte: Deutschland schlug Brasilien, den hochmotivierten und siegessicheren Gastgeber der WM mit einer Rekord-Differenz von 7:1 im Halbfinale!
Unsere Nationalmannschaft zeigte sich dabei von ihrer allerbesten Seite: fit, energievoll und entschlossen. Von der Taktik übers Zusammenspiel bis hin zum Fairplay-Gedanken, gestern stimmte einfach alles.
Völlig zurecht wird unsere Nationalelf jetzt gefeiert, gehuldigt und gelobt. Zeit, mal einige Vergleiche zu ziehen und festzustellen, dass es ziemliche viele Eigenschaften gibt, die auch wir Mütter besitzen und auf die wir genauso stolz sein können wie Neuer, Müller, Klose & Co.


Kondition
Unsere Körper sind jeden Tag im Training für die täglichen Aufgaben, die wir zu bewältigen haben. Wir stemmen Kinderwägen in Autos, einige von uns kochen einarmig und tragen Wäschekörbe und Kinder gleichzeitig.  Andere laufen mit in High Heels über Kopfsteinpflaster während die Babyschale am Unterarm wie eine Handtasche baumelt (wie macht ihr das bloß? Ich schlug mir dabei immer die Schienbeine grün und blau...). Doch wir sind nicht nur in der Lage unseren Alltag mit der erforderlichen Fitness zu meistern, wenn es in die Verlängerung geht sind wir unschlagbar. Nächtelanges auf uns ab wandeln im Schlafzimmer, dabei 10 Kilo mit den Unterarmen stemmen und auf und ab wippen. Keiner könnte das besser als wir Mütter.

Willensstärke
Wir Mütter wollen nur das Beste für unsere Kinder. Uns selbst das ist uns manchmal nicht gut genug. Darüber was das "Beste" ist lässt sich zwar streiten und jede von uns legt dies in eigenem Ermessen fest. Trotzdem ist eine Tatsache unumstößlich: Wenn es darum geht, das Beste für unsere Kinder zu erreichen geben wir alles, gehen an unsre Grenzen und darüber hinaus und entwickeln ungeahnte Kräfte, die uns manchmal selbst überraschen.

Fairplay
Wir ermutigen unsere Kinder täglich zum fairen Umgang miteinander. So sitzen wir auf dem Spielplatz und beobachten, ob alles regelkonform abläuft. Wer ein Sandschäufelchen klaut oder andere von der Schaukel schubst, wird sofort zurechtgewiesen, Fouls werden nicht toleriert. Trotzdem erziehen wir unsere Kinder zu einem respektvollen, selbstbewussten Auftreten. Gefallen lassen sollen sie sich auch nicht alles. Wir sind die Königinnen wenn es um die Raffinesse des wahren Fairplays geht.

Zusammenspiel
Jeder Mutter hat ihre eigenen Stärken und Schwächen, für die sie teils bewundert, teils belächelt wird. Während die eine ihre Muffins mit Agavendicksaft süßt und Kastanientiere bastelt sucht die andere nach pädagogisch wertvollen Apps fürs Ipad und fährt ihre Kinder zur Englisch oder der musikalischen Früherziehung. Wir Mütter sind so verschieden wie unsere Kinder. Jede von uns kann Dinge, auf die sie stolz ist und hat ihre wunden Punkte. Wir Mütter kennen die Qualitäten der anderen und wissen all die Puzzleteile wunderbar zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen: Wer schon mal eine Kindergarten-, Schul- oder Vereinsveranstaltung besucht hat, auf der Mütter ihre Finger im Spiel hatten, weiss das. Talentierte Kostümnäherinnen finden sich ebenso in der Organisation wieder wie die Kreativköpfe für die Flyer, Bastelhexen für die Tischdeko und Heldinnen am Herd, die ein vielfältiges Buffet zusammenstellen.

Taktik
Wir Mütter kennen unsere eigenen Kinder stets besser als sie sich selbst und wissen somit genau, welche Knöpfe wir bei ihnen drücken müssen, um einen bestimmten Effekt zu erzielen. Klingt ganz schön manipulativ? Ist es mitunter auch. Aber erleichtert den Alltag ungemein. Wir wissen, wie wir unsere Kinder dazu motivieren können, ungeliebte Aufgaben zu erledigen. Mit welchen Argumenten wir sie von der wichtigen Dingen überzeugen können, egal ob es ums Zähneputzen oder Vokabellernen geht. Mit welchen Belohnungen wir sie bei Laune halten können, wenn die Wanderung noch eine Stunde dauert oder sich der Sofakauf mal in die Länge zieht. Wir beobachten und analysieren unsere Kinder. Und stimmen unsere Strategien völlig unbewusst auf ihre Entwicklung ab. Für jede Situation die passende Taktik - das können nur wir Mütter!

Motivation
Kennt ihr das: Man ist in bestimmten Dingen einfach vollkommen unbegabt, lustlos oder unfähig? Und den Kindern ist das völlig egal? Wenn Frauen Mütter werden lassen sie sich auf einmal motivieren, Dinge zu tun, die vorher undenkbar gewesen wären. Das Kind bastelt begeistert? Auch Mutti mit den 2 linken Händen bestellt sich ein Bastelbuch samt Materialien auf Amazon und legt motiviert los (notfalls kann man die eigenen Werke immer noch für die des Kindes ausgeben). Frauen, die mich früher anriefen, um sich nach dem Unterschied zwischen Umluft und Ober-/Unterhitze zu erkundigen ernähren sich plötzlich nicht mehr von Tiefkühl-Pizza sondern backen selber. Mit Bio-.Dinkelmehl versteht sich. Die unsportlichsten Mütter lassen es sich nicht nehmen, ihren Kindern Schwimmen und Radfahren beizubringen. Und die Bänkerin lernt nähen weil das Töchterchen sich einen Rock von "Mia and me" wünscht, den es gar nicht gibt.
Dinge die uns früher unangenehm, peinlich oder lästig waren, werden nun tatkräftig angegangen. Und hochmotiviert wie wir sind überraschen wir uns sogar manchmal selbst mit unseren Erfolgen.

Überblick
Als Familienmanagerin haben wir stets das gesamt Spielfeld im Blick. Die Besprechung mit dem Kunden, das Frühlingsfest der Schule, der Dienstplan des Mannes, die Verabredungen der Kinder, der Bestand sauberer Handtücher, der Elternabend des Kindergartens, der Vorrat an Butter, Geschirrspültabs oder Haargummis oder Geschenkekauf für den Kindergeburtstag des Spielkameraden- wir haben einfach alles auf dem Schirm.  Und nicht nur das, als Mütter lernen wir auch, rechtzeitig abzuspielen. Wer frei steht, bekommt Aufgaben zugespielt. Die Koordination, Abstimmung und Prüfung verlieren wir niemals aus den Augen. In puncto Überblick behalten, Prioritäten setzen, Aufgaben gliedern und deren effektive Abarabeitung kann uns wirklich keiner was vormachen.

Die Wogen glätten
In der Familie wie auch im Sport kommt es nicht selten zu aufschäumenden Emotionen. Besonders bei Enttäuschung und Frust werden wir konfrontiert mit Türenknallen, Wutgebrüll oder sogar dem Trotzphasentypischen auf den Boden werfen. Auslöser kann von einem verhakten Reißverschluss über Soße auf statt neben den Nudeln bis hin zu Freundinnen-Knatsch oder Liebeskummer so ziemlich alles sein. Wir Müttern wissen, wie die Wogen wieder geglättet werden. Mit unerschöpflicher Geduld, Verständnis, manchmal auch Strenge und vor allem besänftigenden Worten verstehen wir es, Stresssituationen zu lösen anstatt sie eskalieren zu lassen.

Und nun lasst uns die Bierflaschen erheben auf die grandiose Nationalmannschaft und die Hugo-Gläser auf uns selbst, denn wir haben's einfach drauf!

Kommentare:

  1. :-) Ich kann dir da nur zu 100 % zustimmen!!!!! Und den HUGO trinke ich sehr gerne mit dir! Ganz besonders dann am Sonntag mit der gleichen Taktik und dem gleichen Mamaehrgeiz -...ähhh...Fußballehrgeiz!
    Liebe Grüße und dir einen schönen Tag, Maxie

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