Dienstag, 4. März 2014

Möbel-Shopping in Istanbul mit Kind

4 Tage unter dem Motto Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit 


Die letzten Tage war es etwas ruhig auf Mamas Lifestyle. Wer mir auf der Facebook Seite folgt, weiss bereits dass wir mit dem Zwerg Istanbul unsicher gemacht haben.
Da unser Umzug immer näher rückt, mussten wir uns langsam den großen To-Do's stellen, die das Schaffen eines neuen Zuhauses mit sich bringt. Unsere neue Wohnung haben wir schon vor 3 Wochen gefunden, nun geht's an den Nestbau.
Am Freitag haben wir Eltern uns also samt Zwerg und etlichen Koffern in den Flieger gesetzt. Etliche Koffer deshalb, weil wir sparsame Schwaben sind und planen, unsere Umzugskosten etwas zu reduzieren indem wir nach und nach schon einen Teil unseres Hausrats während der Pendelei nach Istanbul zu schaffen. Das Gewichtslimit wurde also voll ausgeschöpft und es ist uns tatsächlich gelungen, sogar etwas Geschirr heil in die neue Wohnung zu schaffen. Etliche Koffer bedeuteten in unserem Fall aber auch: Kein Platz/keine freien Hände mehr für den Buggy (dazu aber später mehr).
Unser Abenteuer begann damit, dass wir trotz vorhandenem Grundriss unsere Wohnung nochmal komplett ausmessen mussten, da Maßangaben auf türkischen Grundrissen wohl nicht üblich sind ;-)

Prunk und Protz beim Möbelkauf in Istanbuler Möbelgeschäften in Masko
wenn sich bei Prunk und Protz die Nackenhaare aufstellen, sollte man in Istanbul öfter mal die Augen schliessen

Samstag Morgens ging's dann erstmal in bekanntes Terrain...den Media Markt. Hier konnten wir fürs kleine Geld (der Eurokurs kam uns zusätzlich zu Gute) unserer Elektrogeräte finden und siehe da... im Dienstleistungsland Nr.1 war auch Zahlung in Fremdwährung möglich und eine kostenlose Lieferung zum Wunschtermin selbstverständlich.
Hinterher haben wir (wie in der Türkei schon oft) von er Hilfsbereitschaft der Türken profitiert und über Empfehlung und Organisation eines -man kann es nicht anders nennen- selbstlosen türkischen Bekannten einen zuverlässigen Dienstleister gefunden, der sich unserer Fenster-Problematik annahm. Denn Rollläden sind auch in Istanbuler Neubauten nicht üblich. Blöd, wenn man wie mein Göttergatte auch nach Sonnenaufgang absolute Dunkelheit zum Schlafen braucht und doppelt blöd, wenn man sich eine Erdgeschosswohnung anmietet und nach Anbruch der Dunkelheit nicht im Schaufenster sitzen will. Letzten Endes wird uns nun besagter Dienstleister alle Vorhangschienen (wir haben vielen Fenster) mit mehreren Vorhängen anbringen. Aufmaß und Montage mal wieder kostenlos.
Der selbe Bekannte ließ es sich nicht nehmen, uns anschliessend persönlich zu mehreren Möbelgeschäften zu bringen, die er empfehlen konnte und dort vor Ort zu bleiben um zu übersetzen und uns gute Preise auszuhandeln. Zu Hause hatte er übrigens währenddessen auf ihn wartenden Besuch sitzen und am nächsten Tag stand eine Urlaubsreise bei ihm an. Ich bin mir sicher, er hätte Besseres mit seiner spärlichen Freizeit anzufangen gewusst, aber in der Türkei scheint Hilfsbereitschaft einfach keine Grenzen zu kennen. Bislang bot uns jeder Türke, mit dem wir uns auf deutsch oder englisch verständigen konnten seine ernst gemeinte Hilfe an und so sind wir mittlerweile stolze Besitzer eines beachtlichen Visitenkarten-Stapels.
Am nächsten Tag unternahmen wir in Eigenregie noch einen Tagesausflug zu Masko, einer "Kleinstadt" bestehend aus knapp 800 verschiedenen Möbelläden. Das wir auch nach einem Tag dort noch nicht den Hauch eines Überblicks haben, versteht sich bei dieser Wahnsinnszahl wohl von selbst ;-)
Diese Auswahl hat uns dann auch prompt so erschlagen, dass wir uns nicht zum Kauf der fehlenden Möbelstücke durchringen konnten und so haben wir nun eine weitere nette Wochenaufgabe in unserem ohnehin schon zu vollen Kalender: Uns den Kopf zerbrechen, abwägen, messen, rechnen und unsere volle Vorstellungskraft einsetzen. Wer die Wahl hat, hat die Qual...


Kind hält Power-Nap beim Möbelshopping in Istanbul auf der Couch in einem Geschäft
die Müdigkeit sorgte gelegentlich für kleine Knock-outs

Während der ingesamt 4 Tage, die wir inklusive An- und Abreise mit dem Zwerg unterwegs waren, hat sich dieser wirklich wacker geschlagen. Wie bereits erwähnt konnten wir keinen Buggy mehr befördern und so kämpfte der arme Wurm täglich gegen den Schlaf. Das gelang ihr erstaunlich gut. Wir übernachteten alle im selben Hotelzimmer und da wir auch immer bis spät abends unterwegs waren, schlief der Zwerg gerade mal von 23-8h pro Nacht und hielt sich trotzdem den ganzen Tag auf den Beinen. Zwischendurch legte sie kleine Power-Naps ein. Beispielsweise während Busfahrten auf fremden Schößen. Oder auf Sofas in Möbelläden. Das schien sie aber nicht weiter zu stören, denn sie hüpfte allerbester Laune durch die Läden und genoss die Gast- und Kinderfreundlichkeit der Türken in vollen Zügen. So staubte sie Süßigkeiten und leckere Getränke in sämtlichen Läden ab und sogar ein kleines Geschenk, mit dem sie nachts stolz im Metrobus thronte.


Kind mit Geschenk bekommt im Istanbuler Metrobus einen Sitzplatz angeboten
Im Istanbuler Metrobus ist es selbstverständlich, Kindern seinen Sitzplatz anzubieten

Total geplättet und erschöpft sind wir nun zurück aber wieder einmal hatten wir einige unvergessliche Tage, die meine Vorfreude auf den Umzug wachsen lassen. Schuld an meiner Vorfreude sind wie immer die Türken, die mit ihrer Gatsfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft alles in den Schatten stellen, was mir bisher in Deutschland (und auch auf dem Rest der Welt) je unterkam. Wer sich darauf einlässt, seine Skepsis über Bord wirft und Hilfe annimmt, hat in der Türkei viel Freude. Und wieder einmal hat mich der Zwer gelehrt, wie erstaunlich flexibel Kinder sind. Auch wenn Rituale und Routine im Alltag ihre Daseinsberechtigung haben, wer ab und zu ausbricht und spontan Neues ausprobiert, wird positiv überrascht. Und wer sich von der kindlichen Freude an neuen Eindrücken anstecken lässt, wir mit doppelt soviel Spaß belohnt.

Mit guter Laune mache ich mich nun also an die weitere Planung und halte euch auf dem Laufenden....






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