Mittwoch, 19. Februar 2014

"Mutige Mütter" Mittwoch Teil 2



 
70% aller Mütter mit Kindern unter 15 Jahren sind in Deutschland berufstätig.
Etliche sind unzufrieden, unterbezahlt und ihre Tätigkeit zapft noch nicht mal ihr Potenzial an.
Viele Arbeitgeber bieten Teilzeitkräften keine Möglichkeit, sich zu entfalten oder weiterzuentwickeln.
Mamas Lifestyle stellt euch nun jeden Mittwoch eine beeindruckende Mutter vor, die es geschafft hat ihre eigenen Ideen und Träume zu verwirklichen. Diese mutigen Frauen beweisen, dass es niemals zu spät ist, ein Projekt zu starten, für das man mit Leidenschaft brennt.

 

Heute im Interview: Kerstin Schellenberger


"...endlich kann ich das tun, was ich am besten kann und mir sehr viel Spaß macht: Schreiben und Fotografieren!" 
 

Kerstin ist 37, alleinerziehend und lebt mit ihrem 4jährigen Sohn in Hamburg. 
Nach Ende ihrer Elternzeit entschied sich die Werbekauffrau einen beruflichen Neuanfang zu wagen und Fotojournalismus zu studieren.
Im Rahmen ihres Studiums hatte sie die Idee für ein Müttermagazin. Bei der Theorie ist es nicht geblieben und so eroberte sie seit September die Herzen von über 35.000 Facebook-Usern im Sturm.  Online- und Printausgabe sollen in Kürze folgen und auch mit ihrem persönlichen Blog startet sie durch. 
Auf Mamas Lifestyle spricht die Social-Media-Queen heute über die Kunst, alles unter einen Hut zu kriegen, ihre Vorbildfunktion, soziale Isolation und Geduld.






Auf Facebook hast du im September 2013 die Seite „Mütter Magazin“ gestartet. Wie kam es zu dieser Idee?

Ich habe vor einem Jahr ein Studium an der Akademie „Deutsche POP“ als Fotojournalistin begonnen. Im Texterkurs mussten wir eine Zeitung entwickeln, und da hatte ich sofort die Idee für das Müttermagazin als Stadtmagazin für Mütter in Hamburg. Das hätte ich mir nämlich gewünscht, als ich mit meinem Sohn vor drei Jahren hierher gezogen bin.
Als das Projekt dann beendet war, habe die Seite auf Facebook gegründet, damit meine Idee nicht im Sande verläuft, und habe gleich Kontaktgrupen für Mütter in Großstädten gegründet. Es ist nämlich nicht so leicht, im Alltag andere Mütter kennenzulernen. Ich freu mich sehr, dass das andere genauso sehen, denn die Gruppen werden immer voller.

Das Onlinemagazin startet im April und auch die Printausgaben sind in Arbeit. Ausserdem schreibst du seit Kurzem auch auf deinem eigenen Blog www.elbkindl.wordpress.com. Wieviel Zeit nehmen deine Projekte in Anspruch und wie organisierst du dich?

Ich stehe sehr früh auf – meistens um 5 Uhr, damit ich noch Zeit habe bis mein Sohn aufwacht. Wenn ich ihn dann in die Kita gebracht habe, arbeite ich weiter, derzeit noch von zuhause aus. Daher kann ich das alles ganz gut mit den alltäglichen Aufgaben verbinden. Die Facebookseite nimmt am meisten Zeit in Anspruch, da ich tagesaktuell arbeite und meinen Leserinnen so viel Information wie möglich zukommen lassen möchte. Daher bin ich auch unterwegs immer online. Mein Blog ist eher ein Hobby, und ich schreibe nur wenn ich wirklich einen guten Gedanken habe. Da setze ich mich nicht unter Druck. Die Vorbereitungen für das Printmagazin sind schon weit fortgeschritten, das Onlinemagazin ist gerade in der technischen Umsetzung. Ich hoffe, dass wir das bis April schaffen! Ich mache nämlich ungern halbe Sachen.

Empfindest du es als Alleinerziehende als besonders schwierig, deine beruflichen Ziele zu verwirklichen?

Ich habe das Glück, dass unsere Kita direkt um die Ecke ist, und mein Sohn dort bis zu 10 Stunden sein kann. Was aber eher der Ausnahmefall ist. Da ich schon immer mit ihm alleine bin, kann ich es mir gar nicht anders vorstellen. Auch haben wir sehr liebe Pateneltern, wo er jedes zweite Wochenende ist, und ich mich auch mal etwas entspannen kann. Ich denke nicht, dass die berufliche Verwirklichung etwas mit dem Beziehungsstatus zu tun hat. Es ist eher ein Vorteil, da ich keinen Partner habe, der mir in meine Pläne reinredet und sich aufgrund meiner intensiven Arbeit zurückgesetzt fühlen könnte.
Außerdem war ich schon immer ein Organisationstalent, daher gelingt es mir recht einfach, alles unter einen Hut zu bringen.

Dein Sohn ist jetzt 4 Jahre alt. Inwieweit beeinflusst er deine Einstellung zu deinem Beruf?

Ich möchte meinem Sohn ein Vorbild sein, indem ich arbeite. Er soll lernen, dass Geld nicht an den Bäumen wächst, und dass man Initiative ergreifen muss um Ziele zu erreichen. Auch, dass Arbeiten etwas mit Berufung zu tun hat - Also, dass man auch Spaß daran hat und dass es einen erfüllen kann. Daher: Augen auf bei der Berufswahl! ;-)

War für dich immer klar, an welchem beruflichen und privaten Punkt du heute stehen würdest oder hat sich dein Weg eher „zufällig“ ergeben?

Ich denke nicht, dass man nach der Schule schon genau wissen kann, wo man mit Mitte Dreißig stehen wird. Man kann natürlich Ziele haben, aber das Leben hat immer Überraschungen für einen, mit denen man auch umgehen muss. Ich hatte damals mit Praktika beim Fernsehen begonnen, dann noch Medien-Marketing studiert und eine lange Zeit in der Gastronomie gearbeitet. Mit Ende 20 habe ich dann noch eine Ausbildung zur Werbekauffrau gemacht, aber irgendwie war das alles nicht das, was ich wirklich wollte. Als mein Sohn dann drei Jahre alt wurde, musste ich mich entscheiden: entweder in einem Job weiter zu arbeiten, in dem ich mich nicht wohl fühlte, oder noch mal etwas Neues angehen. Und das habe ich dann auch gemacht, und endlich kann ich das tun, was ich am besten kann und mir sehr viel Spaß macht: Schreiben und Fotografieren! „Choose job you love, and you will never have to work one day in your whole life!“

Was empfindest du als die größte Hürde, wenn man als Mutter seine eigenen Projekte realisieren möchte?

Naja, als Alleinerziehende hat man natürlich wenig Geld, und ich warte noch auf die Gründerförderung vom Jobcenter, damit ich mich endlich selbstständig machen kann. Ich habe unter Hochdruck meinen Businessplan zum Termin im Januar fertiggestellt, und immer noch nichts von denen gehört. Das sind Dinge, die mich wirklich nerven und ich als Hürden empfinde. Das Muttersein an sich empfinde ich nicht als Hürde für den beruflichen Erfolg.

Inwiefern bereichert dein Beruf dein Privatleben?

Seit der Gründung des Müttermagazins habe ich sehr viele neue Kontakte zu anderen Müttern geknüpft, die mein Leben unwahrscheinlich bereichern! Ich war die ersten Jahre mit meinem Sohn sehr alleine und mir hat dieser Austausch wirklich gefehlt. Auch erfüllt es mich, etwas zu tun, was mir Spaß macht und anderen gefällt. Ich denke, ich kann vielen Müttern damit aus der Isolation helfen, und das gibt mir ein gutes Gefühl.

Viele Mütter halten sich bei der Verwirklichung ihrer beruflichen Träume zurück, da sie das Gefühl haben durch die geringere verfügbare Zeit keinen Erfolg haben zu können. Was rätst du ihnen?

Träume kann man sich nur erfüllen, indem man Zeit dafür investiert und hart daran arbeitet. Man wird es irgendwann bereuen, seine Ziele nicht verfolgt zu haben.

Mutige Projekte können immer auch scheitern. Gab es bei dir mal einen kritischen Punkt an dem du dachtest „Jetzt schmeiss ich alles hin!“?

Bisher noch nicht! Ich habe das Glück, dass ich täglich mehr Fans bekomme und auch unwahrscheinlich liebe Leserbriefe. Das gibt mir die Motivation immer weiter zu machen, auch wenn es manchmal anstrengend ist.

Was war der wertvollste Tipp, den du je erhalten hast?

In der Ruhe liegt die Kraft!
Ich war früher immer sehr ungeduldig und wollte alles auf einmal realisiert haben, nach dem Motto: ich verändere die Welt an einem Tag. Mit den Jahren habe ich aber gelernt, auch abwarten zu können. Wenn mal eine Zeit lang nichts passiert, macht mich das nicht mehr so unruhig. Und die besten Dinge passieren meistens dann, wenn man sie nicht erwartet!

Welche Pläne und Ziele hast du für die nächsten Jahre und unter welchen Voraussetzungen lassen sie sich umsetzen?

Ich arbeite an der Umsetzung des Online- und des Printmagazins, möchte mir sobald wie möglich ein Büro anmieten und irgendwann auch ein paar Redakteurinnen mit im Boot haben. Der Grundstein ist schon gelegt, momentan heißt es noch: abwarten! ;-)
 
Vielen Dank für dieses Interview! Deine erste Abonenntin fürs Printmagazin hast du in der Tasche. Ich wünsche dir, dass dir weiterhin die Dinge zur rechten Zeit passieren und dir die perfekten Büro-Vermieter und Redakteurinnen die Bude einrennen :-) !

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Kommentare:

  1. Kommentare kritischer art werden bei mm sofoert gelöscht, man wird sofort gesperrt. könnte sich da mal jemand dazu äussern?davon wird hier viel diskutiert im netz aber ich finde keine antworten. ihr Kind bei pflegeltern und uns was von kinderliebe erzählen...als mutter ein nogo

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    1. Leider kann ich nichts dazu sagen, welche Kommentare/User beim Müttermagazin gesperrt werden und warum. Ich habe Kerstin vom Müttermagazin lediglich zu den Themen Selbstständigkeit/Vereinbarkeit für meinen Blog interviewt. Ich gehe aber davon aus, dass das Müttermagazin wie jedes andere Onlinemagazin sinnvolle Regeln für den Umgang in der Community festgelegt hat und Kommentare, die beleidigen, diskriminieren oder unangebracht sind daher löscht.
      Ich würde dir daher empfehlen, dich bei Unklarheiten diesbezügl. an die Administratoren des Müttermagazines zu wenden.

      Beim Rest kann ich dir leider nicht ganz folgen... wer soll sein Kind bei Pflegeeltern haben?

      Liebe Grüße

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