Mittwoch, 28. August 2013

Interview mit Elena Torresani von der Hear the World Foundation

Interview mit Elena Torresani von der Hear the World Foundation



Mit der Unterstützung der gemeinnützigen Hear the World Foundation setzt sich Sonova für Chancengleichheit und erhöhte Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust ein. Als führender Hersteller von Hörsystemen sieht sich das Unternehmen in der sozialen Verantwortung, einen Beitrag zu einer Welt zu leisten, in der jeder Mensch die Chance auf gutes Hören hat. So engagiert sich die Hear the World Foundation weltweit für bedürftige Menschen mit Hörverlust und ist in der Prävention und Aufklärung tätig. Besonders werden Projekte für Kinder mit Hörverlust gefördert, um ihnen eine altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen. Mehr als 60 prominente Botschafter, darunter Stars wie Bryan Adams, Annie Lennox, Sting und Joss Stone, unterstützen die Hear the World Foundation. Weitere Informationen auf www.hear-the-world.com.


Wann und wie kamen Sie zur Arbeit bei Hear the World?

Vor gut vier Jahren habe ich mich auf eine ausgeschriebene Stelle beworben. An der Arbeit bei Hear the World hat mich besonders gereizt, dass es sich um Corporate Social Responsibility handelt, also darum, dass ein Unternehmen soziale Verantwortung übernimmt und sich nachhaltig engagiert. Anderen Menschen durch unsere Stiftungsarbeit helfen zu können, ist für mich eine ganz besondere Motivation. Hier geht es nicht um Gewinnmaximierung, sondern darum Positives zu bewirken. Darüber hinaus ist es eine tolle Herausforderung, die soziale Verantwortung des Unternehmens zu leben und damit gleichzeitig das Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit zu prägen.


 Welche Aufgaben umfasst Ihre Tätigkeit?
Elena bei einem Stiftungsprojekt in Nairobi, Kenia, 2011

Gemeinsam mit zwei Kolleginnen leite ich die Geschäftsstelle der Stiftung. Ich bin für das Stiftungsmanagement, unser Botschafterprogramm und die Pressearbeit verantwortlich. Darüber hinaus ist die Aktivierung der Stiftung innerhalb der Sonova Gruppe ein wichtiger Aufgabenbereich für mich; vor Kurzem haben wir ein neues Mitarbeiter-Volunteering-Programm aufgebaut. Damit können sich noch mehr Mitarbeiter für die Stiftung engagieren und sich mit ihrem Unternehmen identifizieren.
 Was ist für Sie das Wichtigste und Schönste an Ihrer Arbeit?

Das Wichtigste ist die Sinnhaftigkeit: ich kann zu 100% hinter meiner Arbeit stehen, weil ich davon überzeugt bin, dass wir als Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung benachteiligter Menschen leisten. Das Schönste sind die Erfolgsmomente: Wenn man sieht, wie ein Kind zum ersten Mal hört, die Emotionen, die es durchlebt und vor allem, die Fortschritte, die es daraufhin in der Entwicklung macht. Das sind Momente die mich motivieren, täglich mein Bestes zu geben!

  Gab es ein besonderes, emotionales Erlebnis?

Special Olympics World Winter Games in Pyeongchang, Südkorea, 2013

Es ist immer wieder sehr bewegend, unsere Projekte vor Ort zu besuchen und mit den Kindern direkt in Kontakt zu kommen. Besonders gut bleibt mir der Aufenthalt bei unserem Stiftungsprojekt in Nairobi, Kenia in Erinnerung. Zusammen mit Hear the World Botschafter Patrick Nuo waren wir 2011 vor Ort und haben unter anderem ein Medical Center, das wir unterstützen, besucht. Aber auch die Special Olympics sind immer wieder ein besonderes Erlebnis: Die positive Ausstrahlung, Willenskraft und Freude der Athleten sind einfach bewundernswert. Das alles sind schöne und emotionale Erlebnisse, die mir auch sehr viel Energie für den Büroalltag geben. 

  Ihre Stiftung hat ein besonderes Augenmerk auf Kinder mit Hörverlust gelegt. Von den zahlreichen Projekten rund um den Globus kommen die meisten Kindern zugute. Weshalb hat sich die HTWF auf diesen Bereich fokussiert?

Speziell in Entwicklungsländern haben Kinder mit einem unversorgten Hörverlust kaum Perspektiven für ihre Zukunft. Denn Kinder, die nicht gut hören, haben Probleme Sprache zu erlernen und damit nur geringe Chancen auf Schulbildung und eine altersgerechte Entwicklung. Das kann zu einem hoffnungslosen Leben in Armut und sozialer Isolation führen. Hörgeräte sowie eine audiologische und medizinische Versorgung würden hier Abhilfe schaffen. Der Zugang dazu bleibt den meisten Familien allerdings verwehrt.  

Genau hier setzt unsere Stiftungsarbeit an: Wir engagieren uns dafür, dass betroffene Kinder mit Hörgeräten ausgestattet und vor Ort dauerhaft professionell versorgt werden, um ihnen eine altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen.

 Auf was sollten Eltern achten, um ein vermindertes Hörvermögen bei ihren Kindern frühzeitig zu erkennen?

Eltern sollten das so genannte Neugeborenen-Hörscreening, das kurz nach der Geburt im Krankenhaus angeboten wird, in Anspruch nehmen. Der Test wird in Deutschland von den Krankenkassen übernommen, ist schmerzfrei und sorgt schnell für Klarheit.Darüber hinaus sollten Eltern darauf achten, wie ihr Kind auf akustische Reize reagiert: Erschrickt es bei plötzlichen lauten Geräuschen nicht, so könnte das ein Indiz sein. Einen weiteren Hinweis gibt die Sprachentwicklung des Kindes: Bemerken Eltern, dass ihr Kind nur sehr langsam sprechen lernt, sollten sie der Sache auf den Grund gehen.Bei Verdacht auf eine Hörminderung, sollte baldmöglichst der Kinder- oder HNO-Arzt, Pädaudiologe oder Pädakustiker aufgesucht werden.

Welchen besonderen Herausforderungen müssen sich betroffene Kinder und Eltern nach einer solchen Diagnose stellen?
Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt muss nach der Diagnose entschieden werden, welche Therapieform in Frage kommt. Je nach Art und Schweregrad kann eine Hörminderung auf unterschiedliche Art und Weise behandelt werden. In der Regel werden in einem ersten Schritt Hörgeräte angepasst. Bei einem hochgradigen Hörverlust kann ein Cochlea-Implantat – kurz: CI – die richtige Wahl sein.


Im Umgang mit schwerhörigen Kindern sind ein paar einfache Regeln zu beachten, die in den Alltag integriert werden können: Eltern sollten deutlich reden und dabei stets Blickkontakt mit ihrem Kind halten. So lernt es von klein auf, seine Ansprechpartner anzusehen. Ferner sollten Kinder schon früh lernen, nachzufragen, sofern sie etwas nicht richtig verstanden haben.


Aus der Hörminderung sollte keinesfalls ein Tabu-Thema werden: Wird von Anfang an offen damit umgegangen, fällt es allen Betroffenen leichter, natürlich damit umzugehen.

 Auf welche Art und Weise kann ich Ihre Stiftung unterstützen?

Konkret kann uns über Spenden geholfen werden. Das geht ganz einfach über ein Online-Formular auf unserer Website: http://www.hear-the-world.com/de/helfen-sie-mit/wie-sie-helfen-koennen.html.


Darüber hinaus ist es auch eine große Unterstützung für uns, wenn – wie hier bei Mamas Lifestyle – über die Hear the World Foundation, die Stiftungsprojekte und unsere Mission gesprochen wird.

Kann ich auch eigene Projektanregungen geben?


Ja klar! Wir freuen uns immer über neue Projektanregungen. Über einen Unterstützungsantrag können diese online bei uns eingereicht werden. Wie das funktioniert und welche Voraussetzungen gegeben sind, kann man auf unserer Website nachlesen: http://www.hear-the-world.com/de/wie-wir-helfen/jetzt-bewerben.html.  

Gibt es noch etwas Spezielles, auf das Sie die Leser aufmerksam machen oder das Sie ihnen mit auf den Weg geben möchten?

Die wichtigsten Informationen sowie die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema Hörverlust bei Kindern sind auf unserer Website zu finden: www.hear-the-world.com/kinder.


Gerne möchte ich zum Schluss noch auf unseren Facebook-Auftritt aufmerksam machen. Hier halten wir unsere Fans über die Stiftungsprojekte sowie unsere prominenten Botschafter auf dem Laufenden und liefern immer wieder überraschende News über das spannende Thema Hören: https://www.facebook.com/CanYouHearTheWorld
 

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