Montag, 24. Juni 2013

Kindergarten- Eingewöhnung Kleinkind

Kindergarten- Eingewöhnung


Die Zwergengruppe unseres Kindergartens betreut im Schnitt 10 Kinder zwischen 1 und 3 Jahren. Betreut werden sie in seperaten Räumen von 2 netten Erzieherinnen. Ich habe den Zwerg (20 Monate) für Öffnungszeiten von 8.45h bis 12.15h angemeldet.
Ich erhoffe mir also in Zukunft täglich 3 Stunden Spiel und Spaß für den Zwerg und 3 Stunden Ruhe und Entspannung für die Mama. Klassische Win-Win-Situation :-)

Die Gruppe frühstückt um 10 Uhr und wenn es das Wetter zulässt, gehen sie danach noch ein bisschen in den Garten oder Spazieren. Freitags ist immer Koch-Tag. Ausserdem gibt es eine angrenzende Turnhalle, die die Zwerge öfters benutzen. Ich kenne die Gruppe bereits, da meine Große vor dem regulären Kindergarten auch dort war. Allerdings hat sie erst mit 2 1/2 Jahren angefangen. Bin also gespannt, wie sich mein Zwerg in ihrem zarten Alter auf die neue Situation einstellt.

Geplant sind mindestens 6 Schnupper-Termine, bevor der "Kindi-Alltag" losgeht. 
Hier möchte ich also mit euch unsere Eingewöhnungs-Erfahrungen teilen...

Tag 1:

Wir sind eingeladen, montags um 9 Uhr zu kommen und wenn alles gut läuft, um 10h (wenn die Kinder frühstücken) wieder zu gehen. Als wir ankommen, freut sich der Zwerg wie Schnitzel.
Sowohl die anderen Kinder, als auch die Erzieherinnen sind erstmal uninteressant. Ganz im Gegensatz zu den vielen tollen Spielsachen, die überall herumstehen und von denen sie viele noch nicht kennt. Der Favorit ist ganz klar die Puppenküche. Ich muss mich neben sie setzten und sie beginnt sofort damit, zu kochen wie ein Weltmeister. Mal gibt es "Spätzle mit Soße", mal "Maultaschä", mal "Getti Bomemese" und mal "Linsä". Mit den Kochtöpfen tigert sie durch den Raum und füttert sämtliche Kuscheltiere und Puppen, die sie finden kann. Nach einer Stunde holen die Kinder ihre Täschchen und versammeln sich um den Frühstückstisch. Zeit für uns zu gehen. Doch als sie beginnen, ihr "Guten- Morgen"- Lied anzustimmen, kann sich mein Zwerg kaum losreißen.
Ich kann sie überreden zu gehen und verspreche, dass wir bald wiederkommen. Hätte besser kaum laufen können.

Tag 2:

Am Dienstag kommen wir wieder. Geplant ist, dass wir dieses Mal eine halbe Stunde länger bleiben und beim Frühstück mitmachen. Es läuft alles wie beim ersten Mal. Die Erzieherinnen gehen immer wieder auf den Zwerg zu und spielen ein bisschen mit. Der Zwerg ist freundlich und offen ihnen gegenüber. Aber Mama muss immer in Sichtweite sitzen. Als es Frühstücks-Zeit ist, setzen wir uns mit den anderen an den Tisch. Bei den Liedern ist sie ganz in ihrem Element, aber als es Zeit zu essen ist, wird sie nervös. Sie möchte lieber aufstehen und weiterspielen. Nach 15 Minuten reicht es ihr und sie ordnet an, nach Hause zu gehen. 



Tag 3:

Eine Woche später, wieder dienstags, sind wir zum 3. Mal zu Besuch. Dieses Mal waren wir vorher extra beim Bäcker. In ihrem Rucksack sind Bretzel und Trauben, 2 Dinge die sie so liebt, dass ich sicher bin sie wird dieses Mal gerne mitmachen beim Frühstück.
Als wir ankommen, beginnt mein Zwerg sofort wieder zu spielen. Die Erzieherinnen schlagen vor, dass ich mich dieses Mal weiter zurückziehe und ausser Sichtweite in die Küche setze. Das mache ich dann auch. Anfangs kommt die Kleine alle paar Minuten um mir zu zeigen, mit was sie grade spielt. Sie bringt mir kleine Tierfiguren und wieder ihre gekochten Gerichte. Irgendwann wird ihr das Gerenne zu blöd und sie lässt sich nicht mehr blicken. Als ich sie beobachte, sehe ich wie sie ganz ins Spiel vertieft ist mit einer der Erzieherinnen und ein paar anderen Kindern. Während des Frühstücks bleibe ich auch in der Küche.
Als sie fertig sind, ist es Zeit zu gehen. Die Erzieherin sagt mir, dass sie kaum etwas angerührt hat vom Essen. Es war einfach alles viel zu spannend für sie. Sie war aber ganz lieb und hat die anderen Kinder beobachtet.

Tag 4:

2 weitere Tage später, also am Donnerstag, kommen wir wieder. Dieses Mal soll ich mich wieder kurz in die Küche setzen und als sie so schön selbstständig weiterspielt, wie sie das letzte Mal aufgehört hat, kann ich für eine Stunde nach Hause gehen. Ich wohne direkt um die Ecke, mit der Erzieherin ist vereinbart dass ich um 10.30h zum Abholen komme. Sollte der Zwerg früher nach mir verlangen, rufen sie mich an und ich bin 5 Minuten später da. Als ich mich verabschiede und erkläre, nach dem Frühstück wiederzukommen, ist der Zwerg einverstanden. Zum Glück gibt's keine Diskussionen oder Tränen.
Als ich wieder zu Hause bin, klingelt um 10 das Telefon. Der Zwerg möchte wieder nicht essen. Die Erzieherin meint, es sei noch alles gut, aber die Stimmung kippt langsam. Ich solle lieber kommen, damit der erste Tag ohne Mama nicht in schlechter Erinnerung bleibt. Als ich wenige Minuten später ankomme, ist sie gut gelaunt und begrüßt mich mit "Mama, komm rein!".
Sie ist ganz stolz, weil sie das erste Mal mit einer Schere schneiden durfte. Mir wird erzählt, dass sie die Stunde bis zum Frühstück nur einmal nachgesehen hat, ob ich in der Küche sitze und ansonsten nicht nach mir gefragt hat.

Tag 5:


wieder Dienstag: wir kommen wie immer um 9h. Ich soll wieder nach Hause gehen und wie letztes Mal schon, um halb 11 wiederkommen. Telefonisch bin ich erreichbar, um im Notfall auch früher kommen zu können. Dieses Mal habe ich unser Frühstück zu Hause ausfallen lassen in der Hoffnung, dass sie dann heute richtig Hunger hat und beim Frühstück mitmachen will. Mein Plan geht auf, keine vorzeitigen Anrufe und als ich zum Abholen komme, ist sie ganz fröhlich und in ihrem Element.



Tag 6+7:

Donnerstags und freitags kommen wir gleich wieder, dieses Mal von 9 bis 11. Alles läuft inzwischen reibungslos, sie hat überhaupt keine Schwierigkeiten sich zu trennen. Auch als der Papa sie zum ersten Mal bringt, verschwindet sie sofort spielend und ist schwer beschäftigt. Ab der Folgewoche beginnt die reguläre Kindergartenzeit offiziell und ich bin sehr froh, dass alles so glatt gelaufen ist bisher.

1. Offizielle Kiga-Woche

An ihrem ersten offiziellen Tag, schlagen die Erzieherinnen vor, sie noch nicht bis um 12.15h dort zu lassen sondern schon um 11.30h zu holen, damit sie sich langsam an die vielen neuen Eindrücke gewöhnt. Eigentlich ist geplant, es die ganze Woche so zu machen. Aber nachdem der Zwerg am ersten Tag so schön mit den anderen draussen spielt und gar nicht genug bekommen kann beschliessen wir, sie schon donnerstags die komplette Zeit dazulassen, von 8.45h bis 12.15h. Alles klappt wie geschmiert. Inzwischen ist sie auch mit den Erzieherinnen so vertraut, dass sie von ihnen auf den Arm genommen möchte (das dürfen sonst nur die Allerwenigsten). Mein Zwerg freut sich jeden Morgen wahnsinnig wenn ich sage, dass sie heute in den Kindergarten darf. Meistens kann sie es gar nicht abwarten, bis 8.40h ist und wir loslaufen.

Freitags steht sie um 8h mit Schuhen vor der Tür und verkündet "Kindi wartet mich". Da weiß ich: alles richtig gemacht. Sie macht neue Bekanntschaften, lernt neuen Bezugspersonen zu vertrauen, lernt neue Lieder, Spiele, und so viel mehr. Das hätte ich als Alleinunterhalter niemals bieten können...

Trotzdem hat man manchmal Pipi in den Augen wenn man den kleinen Zwerg mit dem großen Rucksack losmarschieren sieht...die Babyzeit ist einfach vorbei und sie ist jetzt eine richtige kleine, große Persönlichkeit.







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