Donnerstag, 23. Mai 2013

Ciao Bella!

Ciao Bella!

nächtliche Rituale des Kuschelmonsters



Meine Jüngste kommt nachts immer noch zu uns ins Bett, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass uns (noch) ein Zimmer fehlt. Daher steht ihr Bettchen also in unserem Schlafzimmer. Jede Nacht wenn ich ins Bett gehe, stelle ich mich der größten Herausforderung des Tages: Ich versuche ins Bett zu schleichen, ohne mit Fußboden, Lattenrost oder Knochen zu knacksen und die Decke geräuschlos zu bewegen. Sobald Madame nämlich wahrnimmt, dass jemand im Zimmer ist, fordert sie erbarmungslos ihre Kuschelration ein und zieht um ins große Gemach.

Ja, ich gebe zu: Meine Konsequenz lässt zu wünschen übrig. Aber wie soll man seinem Kind klar machen, dass man es vorzieht die Nacht in einer bequemen Position, ohne Krämpfe und eingeschlafene Gliedmaßen zu verbringen und seinen Kopf lieber auf einem Kissen als auf dem Nachttisch bettet, während das arme, hilfsbedürftige Menschlein mit vorwurfsvollem Blick an seinen Gitterstäben steht und eigentlich nichts weiter möchte, als mit Mama zu schmusen? 

Fazit: Erziehung ist nachts leichter, wenn einen eine Wand vom Kind trennt.

Auf der anderen Seite bekomme ich durch unser nächtliches Schmuse-Harakiri nicht nur die erotische Haltung einer buckligen Hexe, sondern auch ganz schön viel mit. Von Allem, was dem Schmusemonster so im Kopf rumschwirrt. Und das kann auch ganz amüsant sein.

Heute Nacht zum Beispiel; ich begebe mich leise wie immer in die Höhle des Löwen und hoffe, unentdeckt zu bleiben. Nachdem ich mich grade zugedeckt habe und kein Quäken kommt, entspanne ich mich und freue mich auf 1,2 Stunden Ego-Schlaf. Als ich meinen Kopf drehe, sehe ich den Schatten des Kuschelmonsters im Bettchen stehen. Sofort schmettert sie mir ein fröhliches "Ciao Bella!" entgegen.
Gefolgt von den Worten "große Bett! Alle Freunde mit!"

Nachdem wir also gemeinsam (inklusive sämtlicher Kuscheltier-Freunde) im Bett liegen, erläutert sie mir ihre scharfsinnigen Beobachtungen:

"Mama kein O-ringä"
"Mhmm..."
"Mama Zopf"
"Jaaaa..."
"Mama lange Ha'rä"
"Ssssschtimmt..."
"Papa kusse Ha'rä"
"Ja, Papa hat kurze Haare. Jetzt schlafen wir..."
"Papa nich hause. Papa abeite."
"Mmmhm..."
"Plöder abeiten!" 

Ich wache gerädert auf wie immer. 
Aber so bin ich die Erste, mit der das Schmusemonster ungestörte Gespräche führt. Es sind seine ersten Gedanken, die es in Worte fassen kann. 
Und das ist schon wieder so schön, dass es ein paar Stunden geklauten Schönheitsschlaf zu 100% wett macht.

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